Ruhe bitte! Europapark-Chef Mack
Stocherkahn statt Achterbahn

Hunderttausende Besucher strömen in der Hochsaison in den Europa-Park in Rust, für Betreiber Roland Mack ein anstrengender Spaß. Der Unternehmer erzählt, wie er am am liebsten dem Trubel in seinem Freizeitpark entflieht.
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Bis zu 40.000 Besucher vergnügen sich in der Hochsaison bei uns im Europa-Park pro Tag. Das sind etwa so viele, wie in ein Bundesligastadion passen. Aber da haben es die Betreiber leichter – immerhin sind wir eine kleine Stadt mit unseren mehr als 100 Attraktionen, über 60 Gastronomiebetrieben, fünf Hotels, ja sogar einer eigenen Feuerwehr. Und da geht es rund. Aber genau das schätze ich so: sicherzustellen, dass auch bei großem Andrang alles läuft und unsere Besucher eine glückliche Zeit haben. Hektisch wird es nur dann, wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren. An einem Sommertag mit Rekordbesuch fiel uns mal das Kassensystem aus. Da war was los …

Manchmal steht im größten Trubel überraschend ein Promi in der Tür und fragt: „Hast du mal fünf Minuten?“ Da sag ich doch nicht Nein, obwohl ich genau weiß, dass aus der Stippvisite drei Stunden werden und alles liegen bleibt. Dann mach ich eben später Feierabend. Das ist schon deswegen nicht so schlimm, weil ich gleich um die Ecke wohne – im Märchenland zwischen Dornröschen und Schneewittchen.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N° 2 – April 2017. Weitere Themen im neuen Heft sind u.a.:

  • Die Ess-Klasse: Die drei Star-Köche Cornelia Poletto, Eckart Witzigmann und Kevin Fehling diskutieren über Geld, Sterne- und TV-Ruhm, Foodblogger, Ernährungsrevolution und die Marotten ihrer Gäste.
  • Schau, Fenster!: Die poetische Kunst der Sarah Illenberger
  • Wolfsburg – Silistra: Das Europa der zwei Geschwindigkeiten in eindrucksvollen Bildern
  • Ortstermin: Brüssels Geheimnisse
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    Das Wort „Stress“ mag ich eh nicht! Das Geschäft ist mein Leben und mein Beruf mein Hobby. Schon während meines Ingenieurstudiums wollte ich Achterbahnen bauen. Inzwischen bin ich mehr als 50 Jahre in diesem Geschäft. Es wirkt auf mich wie ein Jungbrunnen. Und auch wenn meine beiden Söhne seit letztem Jahr neben mir und meinem Bruder Geschäftsführer sind, bin ich natürlich bei Investitionen und Strategie des Unternehmens mit von der Partie.

    Hier gleicht kein Tag dem anderen: Mal löse ich Logistikprobleme, etwa wie sich ein Verkehrschaos verhindern lässt, wenn DJ Bobo bei uns auftritt. Dann wieder beschäftigen mich technische oder politische Fragen, die der Neubau unseres Wasser-Erlebnis-Resorts aufwirft. Das Wörtchen „Freizeit“ hab ich schon immer kleingeschrieben. Urlaub in der Hochsaison gabʼs für mich bis vor zehn Jahren nicht. Ich fühl mich ohnehin selbst in den manchmal langen Stunden im Unternehmen wohler als in den ersten Tagen eines Urlaubs, wenn ich mich frage: Was mach ich jetzt nur?

    Zu Hause hilft mir beim Abschalten vor allem Natur. Deshalb fahren meine Frau und ich gern zu unserem Schwarzwaldhof. Dieser Rückzugsort liegt auf 800 Metern an einem Bergbach. Der Hof ist über 200 Jahre alt, es gibt dort sogar ein altes Backhäuschen, in dem wir das Brot selber backen. Reicht die Zeit für einen Abstecher dorthin nicht, mache ich mit einem Stocherkahn einen Bootsausflug auf einem alten Rheinarm, direkt vor der Haustür. Das dauert zwei Stunden und endet am liebsten in einer Gastwirtschaft im Elsass mit einem leckeren Zanderessen. Danach bin ich so was von tiefenentspannt, das glauben Sie gar nicht.

    Aufgezeichnet von Claudia Obmann

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