Schmelzwasser: Wetterdienst erwartet schwere Überflutungen

Schmelzwasser
Wetterdienst erwartet schwere Überflutungen

Wenn demnächst Tauwetter einsetzt, wird die in den letzten Tagen gefallene Schneepracht zum Problem. Das abfließende Wasser kann die Flüsse anschwellen lassen. Wenn es dazu noch regnet, können Rhein, Donau und Neckar über die Ufer treten. Vorerst beherrscht jedoch klirrende Kälte ganz Deutschland. In Bayern haben die Metereologen eine Minustemperatur von 37 Grad gemessen.

HB DÜSSELDORF. Angesichts der beträchtlichen Schneemengen hat der Deutsche Wetterdienst vor gefährlichen Überschwemmungen bei plötzlich einsetzendem Tauwetter gewarnt. In einigen Regionen Deutschlands drohten gefährliche Hochwasser, wenn es gleichzeitig stark regne, berichtete der Wetterdienst am Mittwoch an seinem Sitz in Offenbach.

Betroffen seien vor allem die Mittelgebirge, aber auch die Gebiete an großen Flüssen wie Rhein, Donau oder Neckar.Die Schneedecken oberhalb von 500 Metern speichern nach den Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes Wassermengen, die rund 100 Litern Niederschlag pro Quadratmeter entsprechen.

Bei einem Abschmelzen des Schnees und gleichzeitigem starken Regen würden die Wassermengen über die noch gefrorenen Böden direkt in die Flüsse, Bäche und Kanalisationen fließen.

Klirrender Frost, Schnee und Eis werden auch in den nächsten Tagen das Wetter in ganz Deutschland bestimmen. Am 1601 Meter hohen Funtensee in Bayern wurden am Mittwochmorgen minus 37,1 Grad gemessen.

Aus Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern meldete der Wetterdienst Meteomedia 41 Zentimeter Schnee, selbst in Berlin lag der Schnee 19 Zentimeter hoch. „Eine Milderung ist nicht in Sicht“, sagte Meteorologe Manfred Spatzierer. Der Deutsche Wetterdienst erwartet das nächste kräftige Schneefallgebiet für die Nacht zum Samstag. Heftige Schneefälle sorgten in den Niederlanden für Verkehrsbehinderungen.

Auch am Mittwoch beeinträchtigten Schnee- und Eisglätte den Verkehr auf Straßen, Schienen und auf dem Wasser. Während es in Hamburg und Schleswig-Holstein für die Autofahrer nach großen Problemen am Vortag etwas besser lief, mussten Bahnfahrer dort auf einigen Strecken Behinderungen in Kauf nehmen. In Niedersachsen machten eisglatte Straßen und Autobahnen den Pendlern zu schaffen.

Auf der A 7 bei Hannover blockierte ein umgekippter Lastwagen für mehrere Stunden die Fahrbahn in Richtung Hamburg. Im Landkreis Peine fiel wegen des Schneefalls der Unterricht an den Schulen aus. Bei Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) wurde die Autobahn A 2 am Dienstagabend wegen extremer Glätte mehr als sechs Stunden gesperrt.

Die Fahrbahn sei so glatt gewesen, dass Lastwagen nicht mehr vorwärts gekommen seien, sagte ein Polizeisprecher.

Der Oder-Havel-Kanal wurde am Mittwoch für die Schifffahrt gesperrt. Die Eisdecke auf dem Verbindungsweg zwischen Berlin und dem polnischen Stettin sei bis zu 14 Zentimeter dick, sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde.

Auf dem Main-Donau- Kanal macht eine bis zu 45 Zentimeter dicke Eisschicht das Ein- und Ausfahren der Schiffe problematisch.

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