Schnäppchen für Urlauber: Österreich wartet auf den Frankenrausch

Schnäppchen für Urlauber
Österreich wartet auf den Frankenrausch

Österreich will nach der Franken-Aufwertung mehr Eidgenossen in die Alpenrepublik locken. Doch viele Hoteliers sind mit ihren sündhaft teuren Währungskrediten selbst Opfer der Schweizer Währungspolitik geworden.
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WienDie „Rote Wand“ im österreichischen Nobelskiort Lech am Arlberg ist ein Schmuckstück. Der historische Gasthof im stillen Ortsteil Zug bietet alles, was Schweizer Touristen so lieben. Im Mittelpunkt der Küche stehen regionale Produkte, die teils minimalistischen Zimmer sind mit einheimischen Hölzern ausgestattet und die Architektur der Großherberge wurde der Bilderbuchlandschaft angepasst.

In Zukunft könnten luxuriöse Hotel wie die „Rote Wand“, nur zweieinhalb Autostunden von Zürich, noch mehr Schweizer Gäste anlocken. Denn seit der Aufwertung des Schweizer Franken gibt es den Winterurlaub nicht nur in Lech, sondern in ganz Österreich quasi zum Discountpreis.

Zur Überraschung des Finanzmarktes gab die Schweizer Notenbank Mitte Januar ihren vergeblichen Kampf gegen die Franken-Aufwertung auf. Sie schaffte kurzerhand den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken ab. Der Euro verlor daraufhin rund ein Fünftel seines Wertes. Derzeit wird er bei leicht über einem Franken gehandelt.

Die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro ist für den österreichischen Tourismus wie ein Sonderkonjunkturprogramm. „Es profitieren vor allem die Bundesländer nahe der Schweiz, Vorarlberg, Tirol aber auch Salzburg und Wien“, sagt Tourismusexperte Bernhard Wallmann. Derzeit macht der Anteil der Schweizer an den österreichischen Nächtigungen nur 4,5 Prozent aus. Da gibt es noch Potenzial nach oben.

„Natürlich wird Österreich die Werbebemühungen in der Schweiz verstärken insbesondere auch angesichts der Tatsache dass Rückgänge in Ländern wie Ukraine und Russland kompensiert werden sollen“, sagt Wallmann. Vorbild im Land ist die Region Vorarlberg mit rund zehn Prozent Schweizer Gäste hat. Die Ski-Region Fiss, Serfaus und Ladis verzeichnet sogar einen Anteil von 30 Prozent an Schweizer Gästen.

Noch hat der Goldrausch aber nicht richtig eingesetzt. „Rote-Wand“-Hotelier Joschi Walch kennt den Grund dafür. „Die Schweizer sind Frühbucher. Da hat es bislang keinen Mitnahmeeffekt gegeben“, sagt der 53-jährige Unternehmer.

Frühestens in der nächsten Wintersaison wird sich die Franken-Aufwertung spürbar sein. „Ich glaube, dass dann die Schweizer verstärkt kommen werden“, gibt sich der Traditionshotelier überzeugt. In seinem Haus machen die Schweizer bislang schon elf Prozent aller Besucher aus. Zum Vergleich: aus Deutschland kommt rund die Hälfte der Gäste.

In Lech hat man den wohlhabenden Gast aus der Schweiz fest im Visier. Die österreichischen Experten wissen genau, was die Eidgenossen lieben. „Die Eidgenossen schätzen die Regionalität, nicht nur in der Kulinarik, sondern auch in der Architektur und Kultur“, weiß Walch. Der „vernünftige Umgang mit der Natur“ sei ihnen wichtig.

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Kreditlasten in Franken werden zum Problem

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  • Die Flucht vom Euro in den Franken gibt's nicht wegen “Schweizer Währungspolitik”. Im Gegenteil, den Schweizern wär es viel lieber, wenn der Euro nicht regelrecht zusammenkrachen würde.

    Es ist unangenehm, den Text “Bitte bleiben Sie fair” hier in den Kommentaren zu lesen, wenn der zu kommentierende Text derart unfair ist.

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