Schnee und Eis
Winterchaos legt Europa lahm

Der Winter hat Deutschland die kälteste Nacht mit Frost um 30 Grad beschert und mehrere Todesopfer gefordert. Auch in anderen europäischen Ländern gab es klirrende Kälte und Tote. In den USA ging nach einem Schneesturm im Nordosten nichts mehr. Weiße Weihnachten wird es wahrscheinlich aber nicht geben.
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HB HAMBURG. Der Wintereinbruch mit arktischer Kälte hat am Wochenende das Leben in weiten Teilen Europas und der USA durcheinandergewirbelt. Chaos herrschte zum Beispiel an den Flughäfen von Frankfurt, Brüssel, Washington und New York - viele Flüge fielen wegen Schneefalls aus. Unter anderem Deutschlands drittgrößter Airport in Düsseldorf musste wegen dichten Flockentreibens vorübergehend ganz schließen. Dutzende Menschen erfroren oder starben bei Unfällen. Der Verkehr auf Straßen und Schienen war vielfach beeinträchtigt.

Der Eisenbahntunnel unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien wurde komplett lahmgelegt. Fast 60 000 Menschen verdarb das den Start ins vierte Adventswochenende. Am Samstag hatten mehr als 2000 Reisende stundenlang in den Eurostar-Schnellzügen im Tunnel festgesteckt. Die Züge fielen das ganze Wochenende aus. Ursache war eine Elektronikpanne: Wegen der großen Kälte draußen brachte nach der Einfahrt in den warmen Tunnel Kondenswasser wichtige Zugteile zum Ausfall.

Tote in Deutschland

In Deutschland starben mindestens sechs Menschen. In Thüringen entdeckten Spaziergänger am Sonntag die Leiche eines 81-Jährigen. Er war erfroren, nachdem er sich vermutlich verlaufen hatte. In Mannheim erfror ein 46 Jahre alter Obdachloser, der im Freien schlief. In Reilingen, ebenfalls in Baden-Württemberg, stürzte ein 73-Jähriger auf schneebedeckter Fahrbahn mit seinem Fahrrad und schlug tödlich mit dem Kopf auf. Weitere Tote gab es bei Unfällen auf glatten Straßen etwa in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen.

Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia war es in der Nacht zum Sonntag in Albstadt-Degerfeld (Baden-Württemberg) mit bis zu minus 30,3 Grad am kältesten. Die „höchste“ Temperatur verzeichnete Hörnum auf Sylt mit minus 2,2 Grad. In der Nacht zum Samstag war es am bayerischen Funtensee sogar minus 33,6 Grad kalt. Als tiefste Temperatur des Jahres gelten jedoch weiterhin die minus 36,4 Grad vom 9. Januar am Funtensee.

Klirrende Kälte in Europa

Heftiger Schneefall legte am Sonntag den Bahnverkehr in weiten Teilen der Niederlande lahm. Auf den Straßen führte Glatteis zu zahlreichen Unfällen, eine Frau starb. In ganz Polen erfroren am Wochenende mindestens 20 Menschen. Eine Polizeisprecherin appellierte an die Bürger, Obdachlosen zu helfen: „Niemand sollte in solchen Fällen gleichgültig vorbeigehen.“ In Tschechien starben seit Freitag mindestens drei Obdachlose. In Bulgarien unterbrachen heftige Schneestürme in mehr als 200 Orten die Stromversorgung. Schneeverwehungen auf vielen Landstraßen behinderten den Verkehr.

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