Schneechaos: China und die weiße Gefahr

Schneechaos
China und die weiße Gefahr

China steht vor einer echten Belastungsprobe: Die schlimmsten Schneestürme seit 50 Jahren machen nicht nur Geschäftsreisen in dem Riesenreich derzeit zum Lotteriespiel. Die Wetterkapriolen treffen das Land an seinem empfindlichsten Punkt – der Energieversorgung. Und sie offenbaren schonungslos die Fehler der Regierenden.

PEKING. Auch für einen erfahrenen Manager wie Jeffrey Schwartz sind zehn Stunden Wartezeit im Flieger auf der Rollbahn eine harte Prüfung. Doch als der Schneesturm über Schanghai erst richtig loslegte, blieb der China-Chef von McDonalds im Airbus 330 ganz cool. „Da haben wir halt mit Laptops, Handy und Blackberries ein kleines Notbüro eröffnet“, so der McDonalds-Veteran achselzuckend.

Immerhin war Schwartz dann noch irgendwann am Zielort Peking. Davon können momentan Hunderttausende in China nur träumen. Sie sitzen seit Tagen auf Straßen, an Bahnhöfen und in Flughäfen fest. Denn weite Teile des großen Reichs versinken in den schwersten Schneestürmen seit 50 Jahren. Und das ausgerechnet kurz vor dem traditionellen Neujahrsfest, zu dem kommende Woche allein zwei Milliarden Einzelreisen erwartet werden.

China steht vor einer echten Belastungsprobe - wenn nicht bald wieder die Sonne lacht. Was übrigens in Peking seit Tagen der Fall ist. An der Hauptstadt geht die Katastrophe irgendwie vorbei. Dafür treffen Transportprobleme und Stromausfälle vor allem die östlichen Küstenregionen um Schanghai und Hongkong, aber auch weite Teile im Nordwesten.

24 Menschen sind bereits umgekommen, ganze Städte sind ohne Strom. Der Transport von Kohle und Lebensmitteln sei bereits teilweise zum Erliegen gekommen, wird gemeldet. Viele Regale sind schon leer gekauft, immer mehr Maschinen stehen still. Die Werkbank der Welt schwächelt.

Es fehlt vor allem an Chinas Kraftfutter – Kohle. Etliche Kraftwerke im Land haben ihre Stromproduktion bereits eingestellt. Laut Medienberichten geht selbst in Shanghai der Kohlevorrat langsam zu Ende. Dabei haben Schnee und Eis nach offiziellen Angaben bereits einen Schaden von umgerechnet fast zwei Milliarden Euro verursacht. Das geht auch an der viertgrößten Wirtschaft der Welt nicht spurlos vorüber.

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