Schweinegrippe
Alarm an Flughäfen und im Nahverkehr

Der Ausbruch der Schweinegrippe hat am Frankfurter Flughafen Alarmbereitschaft ausgelöst. Reisende werden auf Symptome überprüft. Die zu finden ist allerdings äußerst schwierig.

FRANKFURT/WIESBADEN. Die Crews von Maschinen aus Ländern mit Schweinegrippe seien angewiesen worden, auf Passagiere mit Symptomen zu achten und diese zu melden, sagte der stellvertretende Leiter des für den Flughafen zuständigen Frankfurter Gesundheitsamtes, Rene Gottschalk. Zudem würden Karten für die Erfassung von Passagierdaten und Info-Material vorbereitet. Auch an den Flughäfen in Berlin und Düsseldorf achten Mitarbeiter auf Fluggäste mit auffälligen Grippeanzeichen. Bis zum Montagnachmittag war nach Angaben des Gesundheitsamts noch kein Verdachtsfall in Frankfurt aufgetreten.

Bei der Schweinegrippe ist es schwierig, einen Infizierten zwischen all den Passagieren auszumachen. Die Infizierten sind bereits ansteckend, bevor die Krankheit bei ihnen überhaupt ausgebrochen ist. Selbst nach Ausbruch der Krankheit würden sie meistens dann für den Flug Tabletten wie Aspirin nehmen, die die typischen Grippe-Symptome wie Fieber und Schnupfen unterdrückten - die Erkrankten fallen dann nicht weiter auf.

Aus diesem Grund gebe es am Frankfurter Flughafen auch keine Wärmekameras zum Erkennen von Fieberkranken. Solche Wärmekameras werden derzeit an vielen asiatischen Flughäfen eingesetzt, nachdem die Länder der Pazifikregion ihre Gesundheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt hatten und stärkere Schutzmaßnahmen forderten.

In Deutschland warnten Experten vor Panik. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und andere Behörden beobachten den Feldzug des Erregers zwar mit Sorge. Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für Sera und Impfstoffe geht davon aus, "dass wir das Virus auch bei uns bald sehen werden". Er warnte aber zugleich vor Schwarzmalerei. Die Gesundheitsbehörden seien "bis auf die kleinste lokale Region vorbereitet", sagte der Viren-Experte.

In Mexiko versuchten die Behörden am Tag vier nach dem dramatischen Ausbruch der Schweinegrippe eine erste Bestandsaufnahme, um notfalls noch drastischere Maßnahmen zu beschließen. Bislang kamen im dem Land 103 Menschen durch die Folgen des Seuche um. Die Zahl der Infizierten oder Verdachtsfälle stieg landesweit auf 1 614.

Mexiko-Stadt erwachte am Montagmorgen in ungewohnter Ruhe. Die morgendlichen Staus auf den Stadtautobahnen blieben weitgehend aus. Bürgermeister Marcelo Ebrard prüft, ob jegliche wirtschaftliche Aktivität in der Stadt verboten und der Nahverkehr stillgelegt wird, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Zu Beginn der Woche bleiben weiterhin alle öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Universitäten, Bibliotheken und Museen geschlossen. Auch die Gerichte verrichteten nur Notdienste, um die Ansammlung mehrerer Menschen zu vermeiden. Die wirtschaftlichen Schäden im Dienstleistungssektor durch die Schließungen und ausbleibende Gäste belaufen sich nach Angaben von Verbandssprechern auf rund 50 Mio. Dollar täglich alleine in der Hauptstadt. In der U-Bahn und den Bussen des Öffentlichen Nahverkehrs werden die Passagiere auf mögliche Symptome kontrolliert und bei Verdachtsfällen zur Untersuchung mitgenommen.

In den USA sind bislang 20 Verdachtsfälle in verschiedenen Bundesstaaten aufgetaucht. Viele New Yorker trauten sich gestern nur mit Mundschutz in die U-Bahn.

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