Schweinegrippe
Schweinegrippe als Urlaubsmitbringsel

Innerhalb eines Tages ist die Zahl registrierter Schweinegrippe-Fälle in Deutschland um etwa ein Drittel auf rund 2 500 hoch geschnellt. Die meisten Neuinfizierten haben sich bei Auslandsreisen angesteckt. Die spanischen Gesundheitsbehörden wollen jetzt neue Fälle nicht mehr melden – aus Angst vor ausbleibenden Touristen.

HB.BERLIN/HAMBURG. 600 Neuerkrankte an einem einzigen Tag registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Fast alle kamen gerade aus dem Sommerurlaub oder einer Geschäftsreise zurück. Nur ein Fünftel der Fälle gehe auf eine Ansteckung in Deutschland zurück, sagte Jörg Hacker, Professor am RKI. Inzwischen wappnen sich immer mehr Unternehmen gegen die Schweinegrippe und setzen eigene Pandemie-Pläne zum Schutz ihrer Mitarbeiter um.

In den vergangenen Tagen meldeten die Behörden sehr viele Erkrankungen von Rückkehrern aus Spanien. Experten sehen dies vor allem im Verhalten jüngerer Urlauber beispielsweise auf Mallorca begründet - wie etwa der gemeinsamen Nutzung von Trinkgefäßen, intimen Urlaubsflirts sowie dicht gedrängtem Feiern und Sonnen. „Generell gilt: Viele Menschen auf engem Raum sind immer eine Möglichkeit, sich anzustecken“, sagte Hacker. Prof. Dieter Häussinger von der Düsseldorfer Universitätsklinik hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Sonnenbrand und Alkohol die Immunabwehr schwächen.

Rund zehn Mio. Deutsche machen dem Spanischen Fremdenverkehrsamt zufolge jährlich Urlaub in Spanien; 500 000 waren demnach allein im Juli vergangenen Jahres auf Mallorca. Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle auf dieser und den übrigen Balearen-Inseln verdoppelte sich binnen einer Woche nahezu. Das Virus sei inzwischen bei 47 Menschen nachgewiesen worden, teilte das balearische Gesundheitsministerium mit. 34 Erkrankungen entfallen auf Mallorca.

Den Reisenden sei dringend zu raten, ihr Verhalten anzupassen - öfter Hände zu waschen, allzu engen Kontakt mit anderen zu vermeiden und natürlich niemanden anzuniesen, erläuterte Hacker vom RKI. Ein sehr wichtiger Punkt sei auch, sich rasch freiwillig zurückzuziehen und einen Arzt aufzusuchen, wenn man bei sich selbst Symptome bemerke. Nur so sei es möglich, die Erkrankungswelle einzudämmen.

Hacker hält einen offensiven, präventiven Umgang mit dem Problem für wichtig. Vom Verhalten der Menschen hänge ab, wie sich die Situation in den nächsten Wochen entwickle, betonte er. Griffen die Warnungen nicht, seien - gerade mit Blick auf die anstehende Rückreisewelle - weiter rasch steigende Zahlen möglich. „Wenn die Fallzahlen sich erhöhen, werden wir auch schwere Verläufe bekommen.“

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