Sechs Fragen an: Thomas Kropp
Kropp: „Die Richtung in Berlin stimmt“

Die Lufthansa hat sich in der Vergangenheit zur Entwicklung des Berliner Luftverkehrsmarktes eher zurückhaltend geäußert. Thomas Kropp, Konzernbevollmächtigter der Lufthansa für Berlin, sprach mit dem Handelsblatt darüber, ob sich dies in Zukunft ändern wird.

Handelsblatt: Herr Kropp, Lufthansa hat sich in der Vergangenheit zur Entwicklung des Berliner Luftverkehrsmarktes eher zurückhaltend geäußert. Wird das nun mit dem ersten Spatenstich für BBI anders?

Kropp: Das Projekt ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für Berlin und die neuen Bundesländer mit Ausstrahlungskraft weit über die Bauzeit hinaus. Nachdem man von Plänen für einen groß dimensionierten Weltflughafen Abstand genommen hat, glauben wir, die Richtung stimmt.

Sie sehen also in Schönefeld kein großes, internationales Drehkreuz für Lufthansa entstehen.

Nein, zumindest vorerst nicht. Wir rechnen in Berlin zur Flughafen-Eröffnung mit zehn Prozent umsteigenden Fluggästen. Unsere großen Hubs bleiben Frankfurt, München und Zürich. Aber man soll nie „nie“ sagen: Welcher Flughafen wächst, entscheiden letztlich die Kunden.

Berlin hat nach langer Abstinenz wieder Fernflüge in die USA und in die Golfstaaten. Wird Lufthansa mit Angeboten folgen?

Im Augenblick nicht. Wir sehen einfach vom Quellmarkt Berlin nicht den Passagiermix aus Geschäftsreisenden und Touristen, um solche Flüge wirtschaftlich darzustellen. Aber das kann sich ja ändern.

Die Wettbewerber können es aber offenbar ...

Wir glauben nicht, dass sie damit wirklich Geld verdienen.

Bleibt Berlin aus Ihrer Konzern-Sicht also vorerst Provinz?

Nein, es ist für uns ein wichtiger Standort. Wir haben seit 1990 rund 5 000 Arbeitsplätze in Berlin geschaffen und mehrere hundert Millionen Euro investiert, zum Beispiel in das Simulatorzentrum und die Wartungsbasis der Lufthansa Technik in Schönefeld. Berlin ist außer Frankfurt der einzige Standort, an dem der Lufthansa-Konzern mit allen 25 Konzern- und Tochterfirmen präsent ist.

Was hält Lufthansa von der Schließung der Flughäfen Tempelhof und Tegel?

Die Bündelung des Verkehrsaufkommens macht sehr viel Sinn. Auch die schnelle Schließung von Tempelhof. Die Millionen, die dort in den Sand gesetzt werden, sind dringend für die Finanzierung von BBI nötig. Zudem haben wir kein Interesse, mit den hohen Gebühren in Tegel weiterhin Tempelhof zu subventionieren.

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