Seebad Deauville
Stars in der Badewanne

Jeder, der Paris im Sommer besucht, kennt das: Freunde ausgeflogen, drückende Hitze, viel Verkehr, leere Lokale. Irgendwann zwischen Frühstück an der Seine und Dinner an der Madeleine zieht man die Schuhe unterm Tisch aus und weiß, was man wirklich will: raus aus der Stadt und rein ins Meer. Voilà: Nach zwei Autostunden sind wir in Deauville! Mondän wie einst und mit hoher Promidichte.

Summer Blues in the City. Jeder, der Paris im Sommer besucht, kennt das: Freunde ausgeflogen, drückende Hitze, viel Verkehr, leere Lokale. Irgendwann zwischen Frühstück an der Seine und Dinner an der Madeleine zieht man die Schuhe unterm Tisch aus und weiß, was man wirklich will: raus aus der Stadt und rein ins Meer. Dann fühlen sich zwei Stunden Autofahrt plötzlich wie zwölf Stunden Entspannung an. Voilà: Wir sind in Deauville!

Zwischen Juni und September kommen sie alle hierher an den Atlantik: die Jeunesse dorée und die Hautevolee, die Schönen und die Reichen, die ganz Jungen und Le Troisième Age. Sie lieben die dezente Dekadenz, die Deauville ausstrahlt, seit der Herzog von Morny, ein Halbbruder von Napoleon III., auf einer Ebene von Sand und Sumpf 1858 an der Côte Fleurie ein mondänes Seebad am Reißbrett entwerfen ließ. So wurde der Küstenort zur „Badewanne von Paris“.

Im Sommer wächst das 4 500 Einwohner zählende Dorf um das Zehnfache an. Grandhotels und noble Ferienvillen im neo-normannischen Stil der Belle Époque platzen fast aus den alten Mauern, Suiten sind über Jahre hinaus ausgebucht, ebenso wie die noblen Strandkabinen, die Namen von Filmgrößen wie Liz Taylor, Cary Grant oder Omar Sharif tragen. Boutiquen in grau-weiß gestreiften Fachwerkhäusern machen Millionenumsätze, und der Boulevard de la Mer wird zum Laufsteg für Models und Millionäre. Im opulent üppigen Dekor des Hotel Normandy Barrière, wo einst der französische Adel High Tea zelebrierte, fließt heute Champagner für IT-Giganten.

Glanz und Glamour sind zurückgekehrt in das Seebad, das ein paar Jahrzehnte im Dornröschenschlaf lag und inzwischen wieder „tres branché“, sehr aktuell für die Pariser und „so charming“ für die Amerikaner ist. George Clooney findet das ebenso wie Brad Pitt, Angelina Jolie, Michael Douglas oder der Regisseur Sidney Lumet. Sie alle waren im letzten Sommer Gäste des 33. American Filmfestivals, das alljährlich die Hollywoodprominenz hierher lockt.

An Chic und Charme hat es Deauville allerdings nie gefehlt, seit 1912 das pompöse Casino eröffnete, wo Maurice Chevalier wie Josephine Baker dem Glück auf die Sprünge helfen wollten. Eine schaffte es mit Jersey anstatt mit Jetons: 1913 verkaufte eine gewisse Coco Chanel in einem kleinen Laden hinter dem Casino rustikale Tweedhosen und Sweater, die schon bald zum Must-Have auf den Rennbahnen La Touques und Clairefontaine avancierten.

Kollektionen der Topdesigner wie Lagerfeld, Dior, St. Laurent und Lacroix finden auch heute reißenden Absatz, das Publikum ist betucht, Geld wird nicht nur für Strand- und Sturmwetter-Outfits ausgegeben, sondern auch für rassige Vierbeiner. Sechs- bis siebenstellige Beträge werden jedes Jahr auf der drittgrößten Pferdeauktion der Welt auch in sogenannte Yearlings investiert – die besten Einjährigen, die oft aus normannischen Ställen kommen.

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