Sicherheitsinformationen
Airbus-Absturz alarmiert EU-Behörde

Die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hat am Dienstag vorsorglich eine Sicherheitsinformation an alle Betreiber von Langstreckenflugzeugen herausgegeben. Grund sind nach Informationen der dpa die bisherigen Erkenntnisse aus dem Absturz des Air-France-Airbus A330 vor gut einer Woche.

HB HAMBURG/KÖLN. Dabei waren 228 Menschen ums Leben gekommen. Die EASA weist alle Piloten darauf hin, dass auch bei einem möglich Ausfall der Geschwindigkeitsmessung die Maschinen sicher geflogen werden können. Es gelte, die entsprechenden Betriebsvorschriften einzuhalten. Die EASA (European Aviation Safety Agency) ist seit 2003 für die Zulassung von Flugzeugmodellen in Europa zuständig.

Unter Berufung auf die französische Untersuchungsbehörde BEA bestätigte EASA-Sprecher Daniel Höltgen, dass die Ursache für das Unglück bislang ungeklärt ist. "Dennoch müssen wir alle denkbaren Faktoren in Betracht ziehen." Mit Hochdruck arbeite die Behörde an einer verbindlichen Anweisung für die Flugzeugbetreiber. Dabei geht es um den möglichen Austausch der Luftgeschwindigkeitsmesser an den Flugzeugen, der sogenannten Pitot-Sonden. Gegenwärtig würden alle möglichen Betriebsdaten analysiert.

"Es gab zwar in der Vergangenheit bereits Meldungen über Unregelmäßigkeiten mit den Pitot-Sondern. Sie wurden bislang jedoch weder von uns, noch von Herstellern als sicherheitskritisch eingestuft", erläuterte EASA-Sprecher Höltgen. Die sogenannten Lufttüchtigkeitsanweisungen der EASA sind für die europäischen Betreiber verbindlich. Gewöhnlich schließen sich auch die weltweiten Flugsicherheitsbehörden, darunter die US-amerikanische FAA, den Anweisungen an.

Airbus-Flugzeuge verfügen an der äußeren Hülle über drei Geschwindigkeitsmesser. Sie werden von unterschiedlichen Unternehmen hergestellt. Bei der abgestürzten Air-France-Maschine waren Pitot- Sonden der Firma Thales aus der Baureihe AA angebracht. Eine mögliche Sicherheitsmaßnahme könnte nach den Worten von Höltgen ein Austausch von Geräten dieses Typs an anderen Maschinen gegen die modernere Baureihe BA sein. Nicht geklärt sei bis heute, ob nicht auch Sonden des Herstellers Rosemount betroffen sein könnten und in welchem Umfang und Zeitraum modernere Varianten verfügbar seien.

Die Auswertungen der Betriebsdaten seien, betonte Höltgen, ein sehr umfangreiches Verfahren. "Gegenwärtig fließen ständig neue Informationen über die Sonden ein. Das ist der Grund, weshalb nicht sofort eine Anweisung gegeben werden kann. Präzision geht vor Schnelligkeit." Schließlich seien unabhängig von den laufenden Prüfungen alle zugelassenen Maschinen betriebstauglich und sicher.

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