Sieben Fragen an: Heinz Schmitz
„Hat Frankfurt ein Imageproblem?“

Noch immer assoziert man die Stadt Frankfurt am Main mit einer kühlen Bankenatmosphäre. Doch das soll sich bald ändern. Heinz Schmitz, Geschäftsführer des CityForums ProFrankfurt, sprach mit dem Handelsblatt über die Möglichkeiten Frankfurt positiver zu besetzen.

Handelsblatt: Sie entwickeln die Marke Frankfurt. Was hat diese Marke bisher ausgemacht und was soll aus ihr werden?

Schmitz: Noch immer bringt man die Stadt meist mit "kühler Bankenstadt" und "Hektik" in Verbindung, aber nicht mit wärmeren Faktoren wie Lebensqualität, Lebensfreude und Kultur im weiteren Sinne. Das wollen wir ändern. In der Positionierung nach außen gibt es starke Defizite.

Woran liegt das?

In Frankfurt gibt es nicht so eine hohe innere Identifikation wie in München, Köln oder Hamburg - die Quote an Menschen, die nur vorübergehend hier leben und arbeiten, ist deutlich höher. Auch sitzen in vielen Führungspositionen keine Frankfurter. Dieses Gefüge macht die Stadt einerseits sehr offen, tolerant und spannend. Aber es ist gewissermaßen auch ein Hemmschuh. Hinzu kommt eine gewisse Selbstzufriedenheit in Bezug auf den Standort, man denkt: Geringe Arbeitslosenquote, europäischer Großflughafen, hier kommt die Wirtschaft zusammen - wozu Marketing?

Ein Musical-Wochenende in Hamburg, zwei Tage Berlin - Städtewerbung ist in. Nur für Frankfurt wirbt niemand . . .

In der Tat existiert für Frankfurt kein klassischer Städtetourismus mit attraktiven Pauschalangeboten. Warum? Weil die Zahlen im Tourismus immer positiv sind - durch den Kongress- und Messetourismus. An gewöhnlichen Wochenenden sinkt die Auslastung. Dabei haben wir die Riesenchance, dass viele Reisende über Frankfurt nach Deutschland kommen. Geschickte, attraktive Angebote könnten sie in die City locken. Der Messe- und Kongressstandort ist wichtig, aber wir sind noch zu sehr auf ihn bezogen.

Was tut das CityForum?

Wir versuchen, das, was man mit Frankfurt verbindet, positiver zu besetzen. Und positive Kommunikation funktioniert am besten anlassbezogen. Statt aufwändiger Hochglanzbroschüren schaffen wir Projekte mit Ereignischarakter, die man erleben und mit denen man sich identifizieren kann - eine Strategie von innen heraus.

Das CityForum wurde Ende 2003 ausgehend vom Einzelhandelsausschuss der IHK heraus als Verein gegründet, finanziert wird es über Mitgliedsbeiträge. Unter den mehr als 140 Mitgliedern sind neben vielen Einzelhändlern auch die Messe, der Flughafen, Privatpersonen oder Kommunikationsagenturen. Einerseits wollen wir die Einkaufsadresse Frankfurt stärker positionieren, andererseits ein breit angelegtes Stadtmarketing betreiben. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz - dazu gehören auch Kultur, Gastronomie, Hotels oder die Wissenschaft, alle wichtigen Entwicklungsaspekte der Stadt.

Unser erster Anknüpfungspunkt war die Einkaufsadresse. Deshalb haben wir Aktionen wie verkaufsoffene Sonntage gestartet und - zur Fußball-WM - die "CityArena": Rund um die sportbezogenen Events "SkyArena" und "MainArena" öffnet sich hier die ganze Stadt für die Welt. Knapp 20 WM-Gastnationen präsentieren sich auf Plätzen und Straßen, farbenfroh, lebhaft, mit Kunst, Kultur, Land und Leuten, Gastronomie, auch als Reiseziele.

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