Sintra-Atlântico-Tram
Endstation Atlantik

Vom portugiesischen Märchen-Städtchen Sintra fährt eine nostalgische Straßenbahn bis zu den Stränden des Ozeans. Es ist eine gemächliche Überlandreise mit einem normalerweise großstädtischen Verkehrsmittel am westlichen Rand Europas – dort, von wo einst portugiesischen Entdecker wie Vasco da Gama zu neuen Kontinenten aufgebrochen sind.

Ein bisschen klingt es nach Lokalpatriotismus, wenn der Held der portugiesischen Familiensaga „Die Maias“ schwärmerisch ausruft: „In Sintra ist alles himmlisch!“ Doch auch der dänische Märchenerzähler Hans Christian Andersen und der englische Dichter Lord Byron waren gleichermaßen entzückt vom idyllischen Provinzstädtchen unweit von Lissabon.

Das gilt seit dem 19. Jahrhundert als Refugium wohlhabender Hauptstädter, die zur Erholung und zum Amüsement auch noch im 21. Jahrhundert aufs Land fahren und in bergfrischer Umgebung den Sommer genießen – möglichst auf dem eigenen Anwesen.

Im Treffpunkt der oberen Zehntausend der portugiesischen Gesellschaft reiht sich denn auch eine Familien-Residenz an die nächste. Alle werden übertroffen vom Palacio Nacional, einer ursprünglich mittelalterlichen Schlossanlage mit zahlreichen späteren baulichen Zutaten, die dank einer reizvollen Stilmischung zur Besichtigung lockt und mit dem prächtigen Schwanensaal an Architektur-Kompositionen aus bajuwarischen Märchenkönigs-Zeiten erinnert. Schließlich und endlich thront über Sintra – im Penapark – tatsächlich noch eine Ritterburg in bester Neuschwanstein-Manier. Diesen Palast hat ein Deutscher im 19. Jahrhundert bauen lassen: König Ferdinand II. aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha.

Die kühne Mixtur von der Romanik bis zum Klassizismus, bereichert mit arabischen und asiatischen Elementen – sie treibt manchem Kunsthistoriker Schweiß auf die Stirn –, ist zusammen mit dem weitläufigen Park zu einem weiteren Glanzlicht des umschwärmten Ortes geworden. Die Unesco hat Sintra gleich zweimal geehrt, sowohl als Weltkultur- als auch Welt-Naturerbe. In einer dritten Liste, die der eher versteckten technischen Sehenswürdigkeiten und stillen touristischen Vergnügen, verdiente Sintra auch noch einen Platz: Von dem am Berg gelegenen Märchenort im Binnenland fährt eine nostalgische Straßenbahn bis zu den Stränden des Ozeans.

Wer den Besuch von Sintras Schlössern und Parks abgehakt und die obligate Tram-Exkursion durch Lissabon längst absolviert hat, dem beschert die Sintra-Atlântico-Tram ein völlig neues Fahrgefühl. Es ist eine gemächliche Überlandreise mit einem normalerweise großstädtischen Verkehrsmittel. Und es ist bewusste Entschleunigung am westlichen Rand Europas – hier, von wo einst die portugiesischen Entdecker wie Vasco da Gama, Fernao de Magalhaes und Bartolomeu Diaz zu neuen Kontinenten aufgebrochen sind.

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