Streiks
Bahnfahren ist Glücksspiel

Die Pendler in ganz Deutschland müssen sich auf Verspätungen oder komplett ausfallende Züge einrichten. Die Bahner haben ihre Drohung wahr gemacht und streiken. Auf einzelnen Strecken kommt es zu erheblichen Verzögerungen, andere Teile der Republik sind verschont geblieben. Doch es zeichnet sich ein Ende des montagmorgendlichen Chaos' ab.

HB DORTMUND. „Es gibt Beeinträchtigungen im Nahverkehr“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn in der Nacht zu Montag. Bestreikt wurden in erster Linie die so genannten Werke, in denen die Züge gewartet werden. Ab etwa 3.00 Uhr hatten die Mitarbeiter in München, Frankfurt am Main und Erfurt die Arbeit niedergelegt, so dass einzelne Züge verspätet bereitgestellt wurden.

Die Warnstreiks sollen nach Gewerkschaftsangaben um 8.00 Uhr enden. Das kündigte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft von Transnet und GDBA, Alexander Kirchner, am Montagmorgen im Deutschlandfunk an. „Wie lange die Auswirkungen danach noch sein werden, ist schwer einzuschätzen.“

Der Zugverkehr am Erfurter Hauptbahnhof wurde durch den Ausstand vorübergehend gestoppt. Auf den Hauptbahnhöfen in Rostock und Wismar kam der gesamte Schienenverkehr durch den befristeten Streik der Fahrdienstleitung zum Erliegen; auch in Karlsruhe und Freiburg warteten Reisende vergeblich auf ihre Züge. In Sachsen-Anhalt legten Beschäftigte an den Stellwerken in Halberstadt, Güterglück und Biederitz die Arbeit nieder. Dies habe zu Einschränkungen im Reiseverkehr an verschiedenen Eisenbahnknoten geführt, teilte die Bahn mit.

Als Erste waren am Dortmunder Betriebsbahnhof rund 50 Mitarbeiter der Zugbereitstellung um 2 Uhr in einen befristeten Ausstand getreten. Nach Angaben der Streikenden konnten daher zwei Eurocity-Züge nach Basel und Wien sowie zwei ICE nach München nicht starten. Der Streik in Dortmund habe „keine Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der Region“ gehabt, teilte die Bahn mit. Mittlerweile wird in Dortmund wieder gearbeitet. Dafür hat die Gewerkschaft Aktionen in Hamburg angekündigt.

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA ihrer Forderung nach 7 Prozent mehr Geld für rund 134 000 Bahn-Beschäftigte Nachdruck verleihen. Die Bahn hatte den Mitarbeitern zuletzt eine Lohnerhöhung von je 2 Prozent für die Jahre 2008 und 2009 angeboten sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro. „Das bisherige Angebot der Bahn der Bahn ist für uns lächerlich und eine Provokation“, sagte Karl-Heinz Zimmermann, Vorstandsmitglied von Transnet.

Die nicht in die Verhandlungen mit der Deutsche Bahn AG eingebundene Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) will am heutigen Montag bekannt geben, wann sie mit den angekündigten Streiks beginnt. Sie fordert bis zu 31 Prozent mehr Geld.

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