Streiks in München und Nürnberg
Bahnstreiks gehen weiter

Von der dritten Welle der Warnstreiks bei der Deutschen Bahn werden am Freitagmorgen München und Nürnberg betroffen sein. Damit wird es vor allem in Bayern und voraussichtlich auch im bundesweiten Fernverkehr zu Zugausfällen und Verspätungen kommen.

HB BERLIN/MÜNCHEN. Die Gewerkschaften haben für die Morgenstunden in München und Nürnberg zu Warnstreiks aufgerufen, wie Transnet am Donnerstag in Berlin mitteilte. Es müsse mit „erheblichen Auswirkungen auf den Fern- und Regionalverkehr gerechnet werden“, hieß es.

Fahrgäste können sich bei einer Telefon-Hotline der Bahn unter der kostenlosen Nummer 0 8000 99 66 33 über die aktuelle Situation informieren. Wer wegen streikbedingter Ausfälle oder Verspätungen seine Fahrt nicht antreten kann, kann das Ticket kostenlos umtauschen oder bekommt sein Geld zurück.

In dem Tarifkonflikt geht es um den Erhalt der Arbeitsplatzgarantien beim bundeseigenen Bahnkonzern bis 2010 auch nach dem geplanten Börsengang. Es ist der dritte Tag mit Warnstreiks innerhalb einer Woche. Erstmals hatten Eisenbahner am Freitag vergangener Woche in Nordrhein-Westfalen, in Rheinland-Pfalz und im Saarland die Arbeit niedergelegt. Am Mittwoch folgten Warnstreiks in Berlin.

Die Bahn sieht den Schlüssel zu einer Lösung des Tarifstreits bei ihrem Eigentümer, dem Bund. Dieser sollte sich an Gesprächen „beteiligen“, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack am Donnerstag. Die Bahn könne in Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften erst dann eine neue Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung schließen, wenn sich der Bund zuvor für ein Privatisierungsmodell entschieden habe. Umstritten ist dabei, ob das Schienennetz bei der Bahn bleiben soll, wie der Konzern es wünscht.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) appellierte an die Tarifparteien, ihren Handlungsspielraum „konstruktiv zu nutzen“. Er halte es für möglich, auch unabhängig von der Entscheidung über das Privatisierungsmodell eine Lösung des Tarifkonflikts zu finden, teilte er in Berlin mit.

Sack sagte, er erwarte nach wie vor, dass Bundesregierung und Parlament sich wie zugesagt in diesem Herbst auf ein Modell einigen werden. Dann werde auch der Börsengang im Jahr 2008 möglich sein. Eine Vorentscheidung fällt frühestens am 26. Oktober in einem Spitzengremium von Regierung und Koalition.

„Wichtig ist, dass wir an den Verhandlungstisch zurückkehren“, sagte Sack mit Blick auf die Gewerkschaften Transnet und GDBA. Die Warnstreiks müssten beendet werden. Wenn sie „kontinuierlich“ weitergingen, könnte dies auch das wirtschaftliche Ergebnis der Bahn belasten.

Transnet und GDBA wollen durchsetzen, dass die bis 2010 geltende Arbeitsplatzgarantie für rund 130 000 Beschäftigte auch bei einem Börsengang der Bahn erhalten bleibt. Vorstandsmitglied Sack sagte, das Unternehmen sei ebenfalls an einer Beschäftigungssicherung interessiert, zu der auch die konzerninterne Stellenvermittlung gehöre.

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