Streiktag Nummer drei
Im Fernverkehr ruckelt's

Die gute Nachricht: In den Ballungsräumen fahren die S-Bahnen am Mittwoch nach Fahrplan. Die schlechte Nachricht: Dafür kommt es in einigen anderen Landesteilen zu Komplettausfällen, was sich auch auf den Fernverkehr auswirkt. Denn die Bahnbediensteten streiken weiter für höhere Löhne. Management und Gewerkschaften nähern sich einander nur langsam an.

HB/ek HAMBURG/BERLIN. Am dritten Tag der Arbeitsniederlegungen wurde am Kasseler Hauptbahnhof der Zugverkehr stark beeinträchtig. Rund 80 Beschäftigte seien dort in einen befristeten Ausstand getreten, teilte die Gewerkschaft Transnet mit. Auch in Stralsund, Nürnberg, Halle an der Saale, Potsdam und Sangerhausen legten Bahn-Beschäftigte die Arbeit nieder. Zu einem Chaos im Berufsverkehr kam es aber nicht.

Dagegen stand der Fernverkehr teils still, nicht nur wegen des Streiks am Schienenknotenpunkt Kassel. Den Bahnangaben zufolge führte ein nicht angekündigter Streik im Stellwerk Steinau zu Verspätungen auf den ICE-Strecken von Hamburg und Berlin nach München und Basel sowie auf der Strecke zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Im Umkreis der betroffenen ICE-Strecken und im Raum Mainz-Worms werde auch der Nahverkehr behindert. Überall sei mit Verspätungen zu rechnen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die am Dienstag noch für massive Verspätungen und Zugausfälle gesorgt hatte, will bis zu einem Gespräch der Gewerkschaft mit Bahnchef Hartmut Mehdorn keine Aktionen durchführen.

In Stralsund ließen Mitarbeiter der Fahrdienstleitung ihre Arbeit ruhen. Insgesamt 18 Züge sind nach Transnet-Angaben davon betroffen. In Nürnberg traten am Rangierbahnhof mehrere Beschäftigte in einen Warnstreik. Dies führte zu Störungen im Güterverkehr. In Halle an der Saale und Sangerhausen legten rund 30 Mitarbeiter der Stellwerke für zwei Stunden die Arbeit nieder. Dies hatte Auswirkungen auf die Strecken Halle-Kassel und Erfurt-Magdeburg. In Potsdam wurden im Reisezentrum die Kunden nicht bedient. Weitere Aktionen sollen in den nächsten Stunden in Mainz und Wiesbaden folgen.

Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA ihrer Forderung nach 7 Prozent mehr Geld für rund 134 000 Bahn-Beschäftigte Nachdruck verleihen. Das bisherige Angebot der Bahn lautet zwei Mal 2 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung innerhalb von 30 Monaten. Die Bahn und die drei Eisenbahner-Gewerkschaften nähern sich nur zögerlich an. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte am Dienstag, er habe die drei Gewerkschaftsführer zu einer neuen Verhandlungsrunde am Donnerstag eingeladen.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte, dass zum Wochenbeginn S-Bahnnetze lahmgelegt wurden: Da Pendler mit Monatskarten reisten, hätte der Streik ausschließlich Kunden und nicht das Unternehmen getroffen.

Seite 1:

Im Fernverkehr ruckelt's

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%