Stromberg im Interview
„Ich respektiere Frauen! Als Idee!"

Bernd Stromberg ist Deutschlands miesester Chef. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt der Star der gleichnamigen TV-Serie, warum er gegen die Frauenquote und Griechenland noch nicht verloren ist.
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Handelsblatt Online: Herr Stromberg, Glückwunsch zur Beförderung. Während Griechenland auf der Kippe steht und die Welt in die nächste Rezession rutscht, machen Sie Karriere. Da Sie ja jetzt ins Management der CAPITOL-Versicherung aufgestiegen sind und somit mit der Macht per Du sind: Wie kommen wir aus der Krise wieder raus?

Bernd Stromberg: Das Land sollte das Motto übernehmen, was ich nach der Scheidung ausgegeben habe: Mund abputzen, weiter geht’s! Meine Frau war praktisch mein privates Griechenland: Ich hatte jede Menge Ärger und am Ende weniger Geld. Aber ich hatte nach kurzer Zeit auch wieder Spaß und zwar mehr als früher! Das Licht am Ende des Tunnels ist bunt!

Uns steht also kein Wirtschaftsabschwung bevor?

Auf keinen Fall. Alles wächst. Zum Beispiel die Weltbevölkerung. Es gibt aktuell sieben Milliarden potenzielle Kunden. Für alles Mögliche. Da sind jede Menge Leute dabei, die noch nicht mal ein Zweit-Handy haben. Außerdem wird ja ständig was Neues erfunden. Vor ein paar Jahren gab’s noch keinen Burn-Out und kein iPad. Heute hat beides jeder zweite.

Die Politik will Ihrer Branche, die Versicherer und Banken, ordentlich zur Kasse bitten: Finanzinstitute sollen auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Zittern Sie schon um Ihren Jahresbonus?

Das ist wie beim Straßenstrich. Die Prostituierte kann auch nur was fordern, wenn sie richtig geil aussieht. Jetzt gucken Sie sich die Politik mal an. Und ich meine das jetzt nicht nur in Bezug auf Frau Merkel.

Sonderlich beliebt sind Sie und Ihre Kollegen ja derzeit nicht. Zuerst in den USA, mittlerweile demonstrieren Tausende auf der ganzen Welt gegen die Macht der Finanzindustrie. Wird es Zeit für eine Imagekorrektur?

Beliebtheit ist überschätzt. Jesus war zu Lebzeiten bei der Mehrheit der Leute auch nicht so beliebt. Auf lange Sicht hat ihm das nicht geschadet. Und: In der Hölle ist der Teufel eine positive Figur! Denken Sie da mal drüber nach!

Gerade Ihre Branche hat sich ja zuletzt nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Die Sex-Skandale bei der Ergo lasten auf der gesamten Versicherungsbranche. Drohen uns derlei Aufdeckungen auch demnächst bei Ihrem Arbeitgeber, der CAPITOL?

Sex in der CAPITOL gibt es, (ich selbst hab da durchaus ein beachtliches Kerbholz, knickknack), aber nichts, was den Begriff „Skandal“ rechtfertigen würde, abgesehen von der Weihnachtsfeier 2007, aber die entsprechende Kollegin „arbeitet“ ja schon seit einigen Jahren wieder im Osten…

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  • Für die, die es noch nicht verstanden haben. Stromberg ist eine überzeichnete Satire. Eine Karrikatur. Es gibt in Deutschland genug Chefs, die so oder noch schlimmer sind. Das ist wirklich traurig. Doch da wird sich nichts dran ändern. So ist nunmal die Welt. Die Deutschen sind einfach zu verblödet, um festzustellen gegen wen sie wirklich protestieren müssten. Von der Politik, den Wirtschafts- u. Bankenbossen lassen sie sich alles gefallen. Bei einer Comedy-Figur regen sie sich auf. Deutschland, wo sind nur deine Dichter und Denker hin? Ich hoffe ja immernoch, dass der Großteil der Verblödeten beschließt für immer die Luft anzuhalten, damit sie den CO2-Ausstoß verringern und dadurch die Welt retten. Dann fallen auf einen Schlag ein paar Millionen Dumme um.

  • Zur Abwechslung ein Anti-Stromberg http://bei-gott-ist-alles-moeglich.blogspot.com/2011/11/der-anti-stromberg.html

  • Wer die Frau als Idee sieht, hat recht schnell einen Tennisarm. Stromberg hat drei.

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