Suche nach Flugschreiber
Airbus-Absturz: Marine ortet Signale

Die Suche nach den Flugschreibern des am Pfingstmontag im Atlantik abgestürzten Air-France-Airbus ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Signalgeber haben nur noch Energie für rund eine Woche. Danach verstummen sie für immer. Nun hat die französische Marine Signale aufgefangen. Unklar ist aber noch, ob sie von den Flugschreibern der Maschine stammen.

HB PARIS. Die Zeitung „Le Monde“ berichtete am Dienstag auf ihrer Website, das kleine U-Boot „Nautile“ sei getaucht, um anhand erster „schwacher Signale“ die Flugschreiber zu suchen. Das französische Amt für Unfallanalyse (BEA) dämpfte aber umgehend die Erwartungen. „Die Flugschreiber wurden bisher nicht lokalisiert“, erklärte die BEA-Sprecherin Martine del Bono der dpa in Paris. Es würden immer wieder Signale empfangen, die analysiert werden müssten. „Man ist im Bereich der Hypothesen.“

Die „Monde“ hatte zunächst gemeldet, es seien Signale der Flugschreiber aufgefangen worden. Später relativierte das Blatt, die Signale könnten von den Flugschreibern stammen. Das Forschungsinstitut Ifremer, dem die „Nautile“ gehört, lehnte einen Kommentar ab und verwies auf das BEA. Die französischen Streitkräfte, die mit Sonargeräten und einem Atom-U-Boot nach den Signalen lauschen, gaben zunächst keine Bestätigung ab.

Der Airbus A330 war am 1. Juni mit 228 Insassen auf dem Weg von Rio nach Paris mitten in den Atlantik gestürzt. Die Überreste werden in 1000 bis 4600 Metern Tiefe in einem Unterwassergebirge vermutet. „Es ist, als wäre das Flugzeug auf den Kordilleren der Anden zerschellt“, erklärte das BEA. Bisher wurden 50 Leichen geborgen, von denen elf bereits identifiziert wurden. Außerdem wurden zahlreiche Wrackteile aus dem Wasser gezogen. Die Flugschreiber - ein Flugdatenschreiber und ein Gerät zur Aufzeichnung der Geräusche in der Pilotenkanzel - könnten bei der Aufklärung der Absturzursache helfen.

Noch ist allerdings unklar, ob die Signalgeber noch an den Flugschreibern sitzen. Der BEA-Chef Paul Louis Arslanian hatte kürzlich erklärt, die Sender könnten sich beim Aufprall von den Flugschreibern gelöst haben. Sollten die Flugschreiber nicht geborgen werden, müsste die Unfallursache alleine anhand der Analyse der geborgenen Leichen und Wrackteile und der vom Flugzeug gesendeten Wartungsdaten geklärt werden. Auch das sei möglich, erklärte das BEA.

Die Suche hatte sich nach BEA-Angaben auf einen Umkreis von 70 Kilometern um den Ort der letzten Positionsbestimmung des Unglücks- Airbus herum konzentriert, etwa 850 Kilometer nordöstlich des Archipels Fernando de Noronha. Die ersten Fundstücke am 6. Juni verteilten sich auf 50 Kilometern Länge. Seitdem sind Trümmerteile teilweise Hunderte Kilometer nach Norden gedriftet. Das BEA will Ende Juni einen Zwischenbericht der Ermittlungen vorlegen.

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