Süßwaren-Trends
Darf's ein bisschen mehr Premium sein?

Einmal im Jahr präsentiert die Süßwarenbranche auf der ISM in Köln, was die Gaumen der Verbraucher in Zukunft erfreuen wird. Qualität und Nachhaltigkeit sind der Trend. Und das natürlich zu Premium-Preisen.
  • 0

Düsseldorf„Handmade“ – handgemacht. Auf den Süßigkeitenriegeln der irischen Firma Broderick’s prangt der Hinweis neben Namen wie „Road Rocking Choc Choc Block“ oder „Poco Loco Cakey Bake“ auf den Verpackungen der Marke. Familiengeführt, keine künstlichen Inhaltsstoffe, Zutaten aus regionaler Produktion – das Unternehmen der Brüder Barry und Bernard sowie Mutter Ina repräsentiert vieles von dem, was auf der Internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln Trend war.

Die Idee, für höhere Qualität mehr auszugeben, drängt besonders aus Großbritannien Richtung Deutschland. Auf der Insel sind Hersteller, die auf natürliche Zutaten und kontrollierte Herstellung setzen, in praktisch jedem Supermarkt auffallend vertreten. Auf der Messe sind unter anderem „Eat Natural“ und „Forest Feast“ vertreten. Eat Natural sind seit 17 Jahren am Markt und verzeichneten zuletzt ein Wachstum von 15 Prozent. Broderick’s Produkte finden sich vereinzelt sogar schon im deutschen Einzelhandel. Forest Feast verkaufen ihre, nach eigener Erklärung, gesunden Snacks auf Trockenfruchtbasis in die ganze Welt und haben auch den hiesigen Markt im Visier. Erfolgsrezept? „Die Leute vertrauen uns“, erklärt Produktentwicklerin Ann Woods.

Der Vertrauensvorschuss kommt einem Versprechen gleich. In Zeiten von Lebensmittelskandalen, Massentierhaltung und zunehmenden Vegetarismus sind solche Versprechen immer gefragter. In Deutschland profitiert davon besonders das „Bio“-Siegel. Grundsätzlicher Tenor des Versprechens: Der Kunde baut einerseits darauf, dass er keine versteckten Zusatzstoffe zu sich nimmt. Andererseits möchte er auch die Gewissheit haben, dass die Herstellung weder Tier, Mensch, noch Natur schadet. Das alles begünstigt die kontrollierte, regionale Herstellung.

„Die großen Firmen beschäftigen sich jetzt ernsthaft mit dem Thema Nachhaltigkeit“, bestätigt Alexander Hein vom Markenvertrieb Genuport. Das ISM-Gründungsmitglied arbeitet mit zahlreichen großen Herstellern zusammen und weiß daher, wie wichtig dieser Aspekt allein aus Marketinggründen ist. Entsprechend sieht Hein auch den Trend auch in Richtung Regionalität, nicht selten stadtabhängig.

So wird es in künftig zum Beispiel eine Produktlinie nur für Hansestädte geben. Mit Lokalbezug, aber breiter Palette. Entsprechende spielen die Marken mit Heimatverbundenheit und regionalen Eigenheiten genau wie mit der Konnotation des „ehrlichen Geschäfts“. Die Branche kokettiert mit dem positiven Image des Tante-Emma-Ladens.

Aber auch auf der Makroebene wird die „grüne“ Einstellig immer wichtiger. Katjes reibt sich angesichts der erfolgreichen „Be Veggie“-Kampagne mit Alexandra Neldel als Gesicht die Hände, der Absatz im Bereich Fruchtgummi wurde im vergangenen Jahr um 15 Prozent gesteigert.

Vegetarisches Schaumgummi als Umsatztreiber – ein Markenauftritt, der besonders in der weiblichen Zielgruppe in Schwarze getroffen hat. Kein Gluten, kein Zuckerzusatz, keine tierische Gelatine: Claims, die 2012 an noch mehr Ständen zu finden waren als im Vorjahr.

Seite 1:

Darf's ein bisschen mehr Premium sein?

Seite 2:

Absatzkrise? Keine Spur!

Kommentare zu " Süßwaren-Trends: Darf's ein bisschen mehr Premium sein?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%