Süßwarenmesse in Köln: Von Gin Tonic-Schokolade bis zu Pechkeksen

Süßwarenmesse in Köln
Von Gin Tonic-Schokolade und Pech bringenden Keksen

Verrückte Verpackungen, extravagante Geschmackskombinationen oder Bio-Süßigkeiten. Auf der Internationalen Süßwarenmesse in Köln müssen sich die Hersteller etwas einfallen lassen, um sich abzuheben. Ein Überblick.
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DüsseldorfEs ist gar nicht so einfach, immer neue Geschmacksrichtungen für Schokolade zu finden. Von Lavendel über Rosmarin-Chili bis hin zu „Kölnisch Wasser“ gibt es eigentlich nichts, was es nichts gibt. Der britische Hersteller Coco Chocolate Limited versucht es deshalb mit Gin Tonic. Ob das ankommt? Die Internationale Süßwarenmesse in Köln wird es zeigen.

Vom 29. Januar bis zum 1. Februar trifft sich die Süßwarenbranche in Köln. Oder besser gesagt: der Großteil davon.  Denn die ganz großen Namen wie Haribo, Ferrero, Mars oder Nestlé bleiben der Messe wieder fern. Mittelständische Unternehmen haben sich die Veranstaltung dagegen weiter im Kalender rot eingekreist, in Köln knüpfen sie internationale Kontakte und schließen wichtige Verträge ab. 1.650 Aussteller aus 68 Ländern präsentieren in der Domstadt ihre neuen Produkte, 38.500 Facheinkäufer werden erwartet. Um sich da von der breiten Masse abzuheben, müssen die Hersteller auffallen. Entweder mit extravaganten Geschmackskombinationen oder mit pfiffigen Verpackungen.

So wie die des deutschen Kaugummi Produzenten Alex Sweets. Der setzt auf ein saures Süßigkeitenspray in Form einer Plastikente. Die sieht mit ihren zusammengekniffenen Augenbrauen und der Zornesfalte zwar nicht sonderlich freundlich aus, soll sie aber beim Name Evil Duck Candy Spray wohl auch nicht. Das Kontrastprogramm dazu bietet der Dino Chomper. Ein grinsender Tyrannosaurus mit Bonbons im Inneren.

Ebenfalls in Köln zu sehen ist der Pechkeks vom gleichnamigen Hersteller. Auf der pechschwarzen Verpackung ist eine Katze abgebildet. Frech und lustig kommt der dunkle Zwilling des Glückskekses daher. Die Kunden sollten allerdings über sich selbst lachen können. Denn wer den ebenfalls schwarzen Keks auseinanderbricht, den erwarten Botschaften wie: „Du bist irgendwie komisch. Und damit ist nicht lustig gemeint.“ Oder: „Heute stehst Du vor dem Abgrund. Morgen bist Du schon einen ganzen Schritt weiter.“

Bei den Produkten setzt sich dagegen der Bio-Trend fort, wie Klaus Reingen beobachtet hat. Der Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie berichtet, dass vor allem passgenaue Produkte für die individuellen Bedürfnisse der Kunden wichtig sind. „Hierzu gehören zuckerfreie oder zuckerreduzierte Süßwaren, sowie Produkte, die für die vegetarische oder vegane Ernährung geeignet ist“, erklärt Reingen.

 „No Sugar Sugar” aus Hamburg setzt beispielsweise auf Xylit, einem natürlichen Zuckeraustauschstoff. Diesen nutzt das Unternehmen, um seine Nuss- und Erdnusscreme zu süßen. Außerdem verspricht der Hersteller, dass der Aufstrich durch ein spezielles Rührverfahren besonders cremig ist.

Ebenfalls den Weg in das Snackregal gefunden haben die sogenannten Superfoods wie Quinoa. Aufgrund ihrer hohen Nährstoffdichte sind sie die Stars unter den Lebensmitteln. Auf der Messe präsentiert das Stuttgarter Start-up Papicante beispielsweise einen herzhafter Snackriegel auf Erbsenproteinbasis, für den er Erbsen mit Superfoods kombiniert.

Auch der bulgarische Hersteller Roobar setz auf die Superfoods und kombiniert sie mit getrockneten Früchten und Nüssen zu einem veganen, handgemachten und glutenfreien Keks. Die sind zudem noch einzeln verpackt und enthalten Kokosblütennektar. Extravagant ist auch Pandora Bell aus Irland unterwegs: Mit geräuchertem süßen Lakritz, dass zwei Tage lang kalt über Erlenzweigen geräuchert wird. Der Geschmack ist einzigartig – behauptet zumindest der Hersteller. Dass der polnische Hersteller Paul auf Chips aus getrockneten Süßkartoffeln oder Artischocken setzt, ist dagegen schon fast langweilig.

Doch bei allem Gesundheitsbewusstsein weiß Messe-Geschäftsführerin Katharina Hamma: „Ich kaufe was mir schmeckt. Dieser Aspekt liegt noch vor dem Preis und der Nachhaltigkeit.“

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