Super Bowl: Sex, Suff und Sport

Super Bowl
Sex, Suff und Sport

Der Super Bowl infiziert das ganze Land. Ob grölender Hardcore-Fan oder hipper Yuppie: Die USA verfolgt das Mega-Sportspektakel live – zu Hause oder in Bars, inklusive Stipperinnen und All you can eat. Ein Streifzug.
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San FranciscoLarry Flint weiß, wie man Sportfans anlockt. Freier Eintritt bis 19 Uhr in seinem verruchten Stripclub Hustler Club in der Amüsiermeile North Beach in San Francisco verfehlt seine Wirkung nicht. Fünf Dollar kostet der Eintritt, aber da ist heute ein „All you can eat“-Buffet enthalten. Ein Witz. Es gibt Hot Dogs, Hamburger, Pommes – und das ist hier sowieso immer inklusive.

„Üblicherweise ist es sonntags besser“, sagt die im Hustler wie üblich knapp bekleidete Kellnerin. Viele Stammkunden seien zuhause. Familie, Frau, Kinder, Nachbarn, sagt sie. So ist das eben. Aber langsam füllt sich das Keller-Etablissement mit einem Frauenüberschuss 10:1 dann doch. Ein Bier kostet vier Dollar. Ein Drink für ein Mädchen neun Dollar.

Szenenwechsel Mission Distrikt. Im angesagten Szeneplatz Pedros Cantina kostet ein einfaches Anker Steam Bier sieben Dollar, Essen gibt es nur zur Halbzeit und auf wenige Gerichte einen kleinen Rabatt.
Rund 380 Gäste fasst Pedro's direkt gegenüber von dem Stadion AT&T-Park. Vielleicht 50 Gäste sind um halb eins mittags schon da, und auf den 17 Flachbildschirmen läuft noch stummgeschaltet das Super Bowl-Vorgeplänkel zu lauter Rap-Musik aus der hauseigenen Anlage.

Pedro's ist verbunden mit Pete’s Tavern, der größten Sportsbar in San Francisco. Zusammen sind es fast 800 Fans, die hier legal feiern und auf zusammen über 40 Flatscreens das Spiel verfolgen können. Aber an Tagen wie heute sind es eher tausend. Wer zählt da schon.

Der Super Bowl ist eine echte Herausforderung für die Gastronomen. Eine Reihe kleinerer Restaurants in der Stadt hat schlicht heute dicht gemacht. Andere versuchen mit Aktionen Gäste anzulocken. Wer eine Pizza kauft, bekommt die zweite umsonst. Oder es gibt für 30 Dollar pro Person ein Menü und Sitzrecht bis Spielende. Die Playland Bar gibt halben Preis auf alle Getränke bei jedem Touchdown.

Denn in den Sportsbars in Downtown San Francisco gehört kostenloses Essen nicht nur beim Super Bowl zum Standardprogramm. Ob Outsiders, Kristi, Chelsea Place oder Aces: Überall biegen sich die Tische unter kostenlosen Hot Dogs, Hamburger, Tacos und Chicken Wings.

Heute hat der Turkey Verschnaufpause, dem es Thanksgiving an den Kragen geht. Zum Super Bowl, rechnet der Geflügelzüchter-Verband vor, werden diesen Sonntag über eine Milliarde Chicken Wings in Bars und auf Partys verspeist werden. In den Supermärkten zogen die Preise schon Tage zuvor an.

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