Taifun „Krosa“
Massen-Flucht in China

In Ostchina sind mehr als eine Million Menschen vor dem Taifun „Krosa“ in Sicherheit gebracht worden. Zugleich steigt in Vietnam die Zahl der Todesopfer durch den Taifun „Lekima“ weiter.

HB SHANGHAI. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete, wurden in der Provinz Zhejiang 837 000 Menschen an andere Orte gebracht und mehr als 32 000 Schiffe zurück in die Häfen beordert. In der Nachbarprovinz Fujian wurden 230 000 Menschen in Sicherheit gebracht und fast 37 000 Schiffe zurückgerufen. In Taiwan, wo der Sturm am Samstag gewütet hatte, wurden mindestens vier Menschen getötet und 40 verletzt.

Schwere Regenfälle und Winde mit 198 Stundenkilometer zerstörten in Taiwan Häuser, knickten Schilder und Bäume um und lösten Erdrutsche aus. Nach Angaben von Meteorologen wird der Taifun am Sonntag zwischen den Orten Wenling in Zhejiang und Ningde in Fujian die ostchinesische Küste erreichen. Am frühen Sonntagmorgen (Orstzeit) befand sich der Taifun etwa 270 Kilometer von Wenling. Er habe in seinem Zentrum Geschwindigkeiten von 126 Stundenkilometern entwickelt. „Krosa“ bewege sich mit bis zu 15 Stundenkilometer Richtung Nordwesten.

In Zhejiang gab es bereits starke Regenfälle. Die Behörden gaben eine Sturmflutwarnung der höchster Stufe heraus. Fährverbindungen und Flüge wurden gestrichen. In Shanghai wurden Bewohner unsicherer Gebäude in den Küstengebieten aufgefordert, sich auf Evakuierungen vorzubereiten. Shanghai befürchtet Beeinträchtigungen für die Sommerspiele der „Special Olympics“ sowie der Formel-1-Rennen. Sonntag war der letzte Tag der Nationalferien, an denen fast ganz China frei hat. In Zhejiang wurden Sehenswürdigkeiten an der Küste geschlossen und 500 000 Touristen ins Inland gebracht.

In Vietnam stieg derweil die Zahl der Todesopfer durch den Taifun „Lekima“ am Sonntag auf mindestens 46. 29 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben noch vermisst. Besonders betroffen von dem Wirbelsturm war die Provinz Nghe An. Allein dort kamen 16 Menschen ums Leben.

Die Kommunikationsverbindungen in viele Teile der Provinz seien noch unterbrochen, erklärte ein Behördensprecher. Die Zahl der Toten werde deshalb vermutlich noch weiter steigen. Hochwasser behindere die Hilfsbemühungen, tausende Menschen seien ohne Nahrungsmittel.

„Lekima“ war am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten bis zu 130 Kilometern pro Stunde über Teile Vietnams hinweggezogen. Etwa 77 000 Wohnhäuser wurden nach offiziellen Angaben beschädigt.

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