Talkshow-Schwemme
Plasberg gibt sich kämpferisch

Das neu konfektionierte ARD-Abendprogramm mit dem täglichen Talk zündet noch nicht. Sandra Maischberger, Anne Will und Reinhold Beckmann verbuchten nur mäßige Resonanz. Ist Frank Plasberg das nächste Opfer?
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BerlinKeine Politik, sondern der Mensch steht im Vordergrund. So verpackt ARD-Talker Frank Plasberg seine erste „Hart aber fair“-Ausgabe nach der Sommerpause. Das Thema lautet: „Meine, deine, unsere Kinder - wie verlogen ist das Patchwork-Glück?“. Es wäre eine ganz normale Sendung, wenn die ARD das abendliche Fernsehen nicht neu definiert hätte. Denn der 54-jährige Journalist muss jetzt statt mittwochs um 21.45 Uhr immer montags um 21 Uhr ran. 

Als „nicht so toll“ bewertete Plasberg zunächst die Entscheidung der ARD, ihn auf den Montag vorzuverlegen. „Der Rechercheaufwand wird deutlich zunehmen, wenn wir am Samstag und Sonntag unsere Sendung vorbereiten müssen und nicht wie bislang zu Beginn der Woche“, sagt der Talkmaster, der mit „Hart aber fair“ vor vier Jahren vom WDR Fernsehen ins „Erste“ der ARD wechselte. 

Doch Plasberg stellt sich der Situation kämpferisch. „Ich war es immer gewöhnt, mit „Hart aber fair“ das Straßenkind zu sein - dieses Gefühl habe ich mit der Muttermilch aufgesogen.“ Er sagt, er sei stolz darauf, am Mittwoch gegen die Konkurrenz Fußball gut bestanden zu haben und den Sendeplatz mit 12,9 Prozent Marktanteil im Jahresverlauf 2011 zu übergeben. Jetzt, am Montag um 21 Uhr, betrage der durchschnittliche ARD-Marktanteil acht Prozent. Sein Ziel sei der zweistellige Marktanteil in der neuen Heimat. 

Plasberg ist innerhalb der ARD eines der Rochade-Opfer, die ihren Stammplatz verlassen mussten, weil Günther Jauch vom 11. September an mit seinem neuen Polittalk am Sonntag für Verdrängung sorgt. Kritiker - wie zum Beispiel der Medienjournalist und ehemalige Leiter des Adolf-Grimme-Instituts in Marl, Bernd Gäbler - hielten der ARD vor, dass gerade Plasberg am Montag Schwierigkeiten haben werde, ein politisches Thema zu behandeln, weil Jauch schon am Vortag die besten Themen und die besten Gäste abgezwackt haben dürfte. 

Die neu sortierte Talkstrecke der ARD, die jetzt von Sonntag bis Donnerstag täglich zum Plaudern bittet, ließ sich in der ersten Woche noch nicht so gut an. Am Dienstag mühte sich Sandra Maischberger vor nur 1,18 Millionen Zuschauern, Anne Will an ihrem neuen Mittwoch vor 1,22 Millionen und am Donnerstag Reinhold Beckmann ebenfalls auf neuem Platz vor 1,47 Millionen Unentwegten - sie kamen auf Marktanteile zwischen 8,0 und 10,2 Prozent, alle dümpelten unterm ARD-Jahresschnitt von bisher 12,7 Prozent. 

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  • Sandra Maischberger,
    Anne Will,
    Reinhold Beckmann
    repräsentieren Modelle des bürgerlichen Muffs (Plasberg mag ebenfalls ein bißchen spießig "rüberkommen" aber seine Spießigkeit wirkt etwas "lustiger"), sie haben ihre besten Zeiten hinter sich. Sendungen ,die von diesen Personen moderiert werden schaut man sich wenn überhaupt aus Verlegenheit an. (Verlegenheit bedeutet, man möchte Fernsehen und es kommt auf keinem anderen Kanal etwas besseres).

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