Talsperren sind nur noch zu 39 Prozent gefüllt
Kuba von schwerer Dürre heimgesucht

Die Karibikinsel Kuba leidet in diesem Jahr unter einer ausgeprägten Dürre. Mehr als eine Million Bewohner müssen sich ihr Trinkwasser aus Tanklastwagen holen, und die Temperaturen sind unerträglich heiß.

HB MEXIKO-STADT/HAVANNA. Im Osten des Landes sind Presseberichten zufolge in den vergangenen Monaten mehr als 40 000 Rinder verendet. Die Stauseen trocknen aus, und mehr als eine Millionen Bewohner müssen sich ihr Trinkwasser aus Tanklastwagen holen. Auch in der im westlichen Teil Kubas gelegenen Hauptstadt Havanna regnet es viel zu wenig, und die Menschen stöhnen über die hohen Temperaturen. Es ist, als ob die sommerliche Regenzeit in diesem Jahr um die größte Antilleninsel einen Bogen machte.

Kubanische Meteorologen sprechen inzwischen von einer der schlimmsten Trockenperioden der vergangenen 50 Jahre und führen das Ausbleiben der Niederschläge auf die Klimaphänomene „El Niño“ und „La Niña“ zurück. Die kubanischen Talsperren sind nach Aussage von Vizepräsident Carlos Lage nur noch zu 39 Prozent gefüllt. Nach dem heißen Juni hat sich die Lage weiter verschärft. In der Provinz Camagüey sterben pro Tag 100 Rinder. In Teilen der östlichen Provinz Granma soll es seit 20 Monaten überhaupt nicht mehr geregnet haben.

Die Ernteausfälle und das Tiersterben in der Landwirtschaft verschärfen die ohnehin angespannte Wirtschaftslage im sozialistischen Kuba. Allein in der östlichen Provinz Las Tunas werden die Schäden auf 15 Millionen Dollar (12,2 Millionen Euro) geschätzt. Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hat jetzt eine Soforthilfe für Kuba in Höhe von 161 000 US-Dollar (132 000 Euro) bewilligt, um die Not leidenden Kinder mit Nahrungsmittelrationen zu versorgen.

Staats- und Parteichef Fidel Castro rief im Parlament Anfang Juli die Kubaner zum Wassersparen auf und machte die Erderwärmung für die Dürre auf der Karibikinsel verantwortlich. Die Behörden haben damit begonnen, Behälter an die Bevölkerung zu verteilen, um die wenigen Niederschläge auffangen zu können. Auf der verzweifelten Suche nach Grundwasser werden neue Brunnen in die Tiefe getrieben. Elektrische Pumpen werden installiert, um das Wasser an die Oberfläche zu holen, und Windmühlen werden gebaut, um die Pumpen mit Strom zu versorgen.

„Die gegenwärtige Hitze geht auf ein ozeanisches Hochdrucksystem über der Florida-Straße zurück, das die Wolkenbildung über der Insel auf ein Minimum reduziert“, sagte der Direktor des Klimazentrums des Nationalen Meteorologischen Institutes, Ramón Pérez, der Presse. Die Wetterforscher hoffen, dass die Niederschläge in den kommenden drei gewöhnlich regenreichen Monaten wieder zunehmen werden. Doch es würde lange dauern, bis das Defizit in den Stauseen ausgeglichen ist. Zur Zeit sind selbst Hurrikans als Wasserspender willkommen.

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