Tankstellenstreik in Italien
Italien zwei Tage ohne Benzin

Italiens Tankstellenbesitzer haben seit Dienstagabend die Arbeit niedergelegt. Ein Chaos wird nicht erwartet, weil die italienischen Autofahrer vorgesorgt haben. Eine Notversorgung auf den Autobahnen ist gewährleistet.

HB ROM. Aus Protest gegen den Plan der Prodi-Regierung, Benzin auch bei Supermärkten zu verkaufen, sind die italienischen Tankstellenpächter am Dienstagabend in einen zweitägigen Streik getreten. Bis Freitag fließt an vielen Tankstellen deshalb kein Benzin.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern auf dem Weg nach Italien, noch vor dem Grenzübertritt den Tank ihres Autos zu füllen. Reisende, die bereits in Italien sind, sollten bei jeder sich bietenden Gelegenheit tanken. Wer auf Vorrat Sprit kaufen will, darf in Italien maximal 60 Liter im Reservekanister im Auto transportieren. Der ADAC rät jedoch aus Sicherheitsgründen, nicht mehr als 10 bis maximal 20 Liter im Auto dabei zu haben. Die Streikleitung der Standesorganisation FAIB hat aber angekündigt, einen Notdienst einzurichten. An jedem Aktionstag wird auf den Autobahnen alle 100 Kilometer mindestens eine Tankstelle in Betrieb sein.

Die Regierung will das Tankstellennetz liberalisieren, um die Zahl der Zapfanlagen zu steigern. Dank stärkerer Konkurrenz sollen die Benzinpreise sinken. Die Mitte-Links-Regierung will auch Großhändlern wie Supermärkten und Einkaufszentren die Genehmigung zur Verwaltung von Zapfanlagen geben. Mehr Konkurrenz führe zu niedrigeren Abgabepreisen, sagte Industrieminister Pierluigi Bersani. Im Gegenzug soll den Tankstellen der Verkauf von Lebensmitteln und anderen Waren erlaubt werden. Ähnliche Streiks hatten die Tankstellenpächter bereits in den vergangenen Monaten ausgerufen. Eine Einigung ist derzeit nicht in Sicht.

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