Tarifverhandlungen ohne Ergebnis
Ab Montag wird bei der Bahn gestreikt

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA beginnen ab Montagmorgen mit Warnstreiks bei der Bahn. Das kündigte die stellvertretende Transnet-Vorsitzende Regina Rusch-Ziemba am Sonntag in Berlin an. Die Tarifverhandlungen sind zuvor auch in der dritten Runde ohne Ergebnis geblieben. Nun müssen Reisende in mehreren Bundesländern mit massiven Behinderungen rechnen. Gestreikt wird von Hamburg bis Freiburg.

HB BERLIN. Der stellvertretende GDBA-Vorsitzende Heinz Fuhrmann wies den Arbeitgebern die Verantwortung für die Arbeitskämpfe zu. „Was an Angeboten auf dem Tisch liegt, ist völlig realitätsfern.“ Die Schwerpunkte der ersten Aktionen sollen im Südwesten und in Ostdeutschland liegen. Dort könnte es ab dem Berufsverkehr am Morgen schon Störungen geben. Eine weitere Verschärfung droht im Laufe der Woche, da die nicht an den Verhandlungen beteiligte Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) ebenfalls Warnstreiks zur Durchsetzung eines eigenen Tarifvertrages angekündigt hat.

Die Deutsche Bahn AG verurteilte die Streikankündigungen und warf den Gewerkschaften unverantwortliches Verhalten vor. Für die Kunden wurde eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der sie sich über die Beeinträchtigungen durch die Warnstreiks informieren können.

Wenige Stunden vor Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht hatten sich die Tarifparteien am Samstagnachmittag zur dritten Verhandlungsrunde zusammengesetzt, die aber keine Fortschritte brachte. Beide Seiten machten sich anschließend für den Stillstand verantwortlich.

Transnet und GDBA fordern sieben Prozent mehr Lohn für die 134 000 Beschäftigten, mindestens aber 150 Euro im Monat. Die Bahn hatte Lohnerhöhungen um jeweils zwei Prozent 2008 und 2009 sowie einen Einmalbetrag von 300 Euro vorgeschlagen. Beide Tarifparteien nannten die Positionen der jeweils anderen Seite realitätsfremd. Ein neuer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale rief die Gewerkschaften auf, schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um die Verkehrsstörungen in der Urlaubszeit so gering wie möglich zu halten. Der stellvertretende GDBA-Vorsitzende Heinz Fuhrmann sagte in Berlin, wenn die Bahn ein verbessertes Angebot vorlege, sei die Tarifgemeinschaft zu Verhandlungen bereit.

Nicht mit am Tisch saß die GDL, die einen eigenen Tarifvertrag mit Lohnerhöhungen von bis zu 31 Prozent fordert und zu dessen Durchsetzung bereits für diese Woche einen bundesweiten Warnstreik angedroht hat. Einzelheiten sollen am Montag bekannt gegeben werden. Bahn-Personalvorstand Suckale nannte die GDL-Forderung absurd. Die GDL wolle um jeden Preis streiken. GDL-Chef Manfred Schell hat einen flächendeckenden Arbeitskampf über alle Transportbereiche - Güter-, Fern- und Regionalverkehr - angekündigt.

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