Tausende Fluggäste gestrandet
US-Airline streicht erneut zahlreiche Flüge

Das Chaos auf vielen US-Flughäfen hat sich auch am Freitag fortgesetzt. Erneut fielen zalhreiche Flüge aus, Tausende Passagiere saßen am Boden fest. Hintergrund der Turbulenzen sind verschärfte Überprüfungen der US-Luftfahrtbehörde FAA.

dpa KÖLN/WASHINGTON. Die Lage auf vielen US-Flughäfen hat sich auch am Freitag nicht entspannt. Erneut musste die Fluglinie American Airlines wegen technischer Sicherheitskontrollen zahlreiche Verbindungen streichen. Insgesamt fielen rund 570 Flüge aus - laut Medienberichten etwa jeder vierte Flug der größten US-Fluggesellschaft. Erst am Wochenende dürfte sich die Lage normalisieren.

Hintergrund der Turbulenzen im US-Luftverkehr sind verschärfte Überprüfungen der US-Luftfahrtbehörde FAA. Sie beschuldigt die Fluggesellschaften, technische Routine-Kontrollen der Flugzeuge zum Teil gravierend vernachlässigt zu haben. In den vergangenen Tagen mussten deshalb über 3000 Flüge gestrichen werden, mehr als 100 000 Menschen strandeten auf US-Flughäfen. Bei American Airlines müssen vor allem Kabel in den Fahrwerken der Flugzeugen überprüft werden. Doch auch andere Linien waren betroffen.

Der Chef der Fluggesellschaft, Gerard Arpey, entschuldigte sich ein zweites Mal öffentlich bei allen geschädigten Passagieren. „Es ist mein Fehler.“ Zugleich beharrte er darauf, dass die Maschinen seiner Linie absolut sicher seien. „Ich schicke meine Kinder auch immer auf diese Flüge.“

Unterdessen breitete sich unter den Passagieren, die auf US-Flughäfen festsaßen, umbuchen mussten oder ihre Reise erst gar nicht antreten konnten, Wut aus. „Uns hilft niemand“, sagte eine Frau auf dem Flughafen in Chicago unter Tränen. Sie sei völlig ratlos und wisse nicht, wie die Reise weitergehe.

Ein vergleichbares Chaos im europäischen Luftverkehr wäre aus Expertensicht so undenkbar. „Ich glaube nicht, dass uns das passieren könnte“, sagte die Sprecherin der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), Elisabeth Schöffmann, am Freitag. „Für Europa gibt die EASA Lufttüchtigkeitsanweisungen heraus, in denen auch steht, bis zu welchem Datum eine Überprüfung stattfinden muss“, sagte Schöffmann. Anders als in den USA wäre es deshalb aufgefallen, wenn eine Fluggesellschaft eine Inspektionen nicht im vorgeschriebenen Zeitraum erledigt hätte.

Für die Kontrollen der Hersteller und Airlines seien nationale Luftfahrtbehörden zuständig. „Wir bei der EASA inspizieren dann wiederum, ob die nationalen Behörden ihre Kontrollfunktion auch richtig wahrnehmen.“ Diese zusätzliche Instanz fehle in den USA. Die betroffenen Boeing-Flugzeuge vom Typ MD-80 würden in Europa zudem kaum eingesetzt, betonte Schöffmann. „Es handelt sich um ein reines US-Problem.“

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