Tausende Passagiere von Streik betroffen
Swiss stellt streikenden Piloten ein Ultimatum

Ein Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Swiss hat am Dienstag zu zahlreichen Flugausfällen im Europaverkehr geführt. Bis zum Mittag strich Swiss 122 Flüge, auch zahlreiche Verbindungen nach Deutschland fielen aus. Laut einem Swiss-Sprecher waren dafür 7 700 Passagiere gebucht.

HB KLOTEN. Die Passagiere wurden den Angaben zufolge so weit wie möglich auf andere Maschinen oder auf Partner-Airlines umgebucht. Die Regionalverkehrspiloten der Swiss, die früher für die Fluglinie Crossair arbeiteten, waren am Dienstagmorgen in einen eintägigen Streik getreten. Sie fordern eine Gleichbehandlung mit den Piloten der untergegangenen Swissair.

Vom Streik betroffen ist ausschließlich die aus 24 Maschinen bestehende Avro-Flotte der Swiss, die etwa die Hälfte der Europaflüge abwickelt. Sie werden von ehemaligen Piloten der früheren Regionalfluggesellschaft Crossair geflogen. Die restlichen Europaflüge und die Langstreckenflotte seien von dem Streik nicht beeinflusst, sagte ein Swiss-Sprecher. Swiss bedauerte die Aktion und richtete eine Hotline für die Passagiere ein (0041 044 564 17 47).

Der Ausstand von 100 ehemaligen Crossair-Piloten, die sich am Morgen im Flughafen Zürich-Kloten versammelten, überraschte die Swiss-Führung, wie Swiss- European-Chef Manfred Brennwald vor den Medien sagte. Er setzte die streikende Piloten mit einem Ultimatum unter Druck. Brennwald forderte die Piloten auf, bis um 18 Uhr am Abend ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Sonst drohten nicht näher genannte Konsequenzen. Es werde noch rechtlich geprüft, welche Möglichkeiten es gebe, sagte Brennwald. Er betonte, die Swiss sei gegenüber den früheren Crossair-Piloten, die in der Gewerkschaft Swiss Pilots Association (SPA) organisiert sind, weiterhin „absolut gesprächsbereit“.

Thomas Isler, Präsident der Gewerkschaft Swiss Pilots, kündigte postwendend an, der Streik dauere bis Mitternacht, um 18 Uhr finde eine Vollversammlung der Streikenden statt.

Der Streik ist ein weiterer Höhepunkt des seit Jahren schwelenden Streits der Ex-Crossair-Piloten mit der Swiss-Führung um ihre Gleichstellung mit ehemaligen Swissair-Piloten. Die 2003 gerichtlich festgestellte Diskriminierung müsse beendet werden, sagte Isler. Es gehe um den Grundsatz „Gleiche Arbeit - gleiche Arbeitsbedingungen“.

Die Swiss sei an einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und einer tragfähigen Sozialpartnerschaft interessiert. „Diese Piloten leisten einen wichtigen Beitrag für die Swiss“, sagte er. Sie arbeiteten aber in einem andern Marktumfeld als ihre Kollegen in den Langstreckenflugzeugen.

Die Vereinigung des Kabinenpersonals der Fluggesellschaft Swiss zeigte Verständnis für den Streik der Piloten. Die Beweggründe seien nachvollziehbar. Es sei jedoch bedauerlich, dass es der Swiss bis heute nicht gelungen sei, mit dieser Personalkategorie endlich eine vernünftige Lösung auf sozialpartnerschaftlicher Basis zu finden, hieß es am Dienstag.

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