Terror-Vorkehrungen
Britischer Luftverkehr am Boden

Nach der Festnahme von mehr als 20 Terrorverdächtigen wegen mutmaßlich geplanter Anschläge auf Passagierjets steht das Herz des britischen Luftverkehrs weitgehend still: London-Heathrow, Europas Flughafen mit den meisten Passagieren, darf nur noch in Einzelfällen angeflogen werden. Zudem gelten auf der Insel nun Sicherheitsvorschriften, die es noch nie gab.

HB LONDON. Ein Sprecher der Heathrow-Betreibergesellschaft BAA sagte am Donnerstag, Flüge mit einer Dauer von drei Stunden dürften nicht mehr auf dem Flughafen landen. Alle betroffenen Fluglinien seien informiert worden. Der Flughafen reagierte damit auf die Mitteilung der Polizei, dass Anschläge auf Passagierflugzeuge vereitelt worden seien. Zahlreiche Fluggesellschaften strichen insgesamt hunderte Flüge, davon waren mehrere zehntausend Menschen betroffen. Die Verschärfung der Personenkontrollen habe zu erheblichen Verzögerungen geführt, sagte ein Sprecher des größten Flughafens Europas. Wann im britischen Luftverkehr wieder Normalität einkehrt, blieb offen.

British Airways, deren Heimatbasis Heathrow ist, stornierte sämtliche Kurzstreckenflüge von dem Flughafen aus zunächst bis 16 Uhr. Passagiere wurden aufgefordert, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Im Laufe des Tages könntehn auch Langstreckenflüge von und nach Heathrow gestrichen werden. Die Terminals von London-Heathrow sind gefüllt mit Menschen, die ihre Flüge nicht antreten können. In anderen britischen Flughäfen bildeten sich wegen rigider Sicherheitskontrollen lange Schlagen.

Die Lufthansa teilte mit, sie habe alle ihre Flüge nach Großbritannien bis 12 Uhr storniert. Drei Lufthansa-Maschinen mussten nach Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf umkehren. Für die Flüge waren rund 3 000 Passagiere gebucht. Dagegen konnten Maschinen unter anderem nach Manchester oder London City planmäßig fliegen.

Der Frankfurter Flughafen erklärte, bei sämtlichen Flügen nach Großbritannien werde es zu Verspätungen kommen. Die Tui-Tochter Thomson Fly rechnet nach den Worten von Pressesprecherin Rachel O'Reilly bei 97 Flügen am Donnerstag mit Verspätungen aufgrund erhöhter Sicherheitskontrollen. Die Streichung von Flügen sei vorerst jedoch noch nicht geplant.

Air France annullierte alle Flüge von Frankreich nach London. Vor 14 Uhr werde kein Flug abgehen, teilte die französische Linie mit. Der Billigflieger Ryanair strich insgesamt knapp 100 Flüge. Auch Air Berlin sagte nach Angaben einer Sprecherin die meisten Flüge in und nach Großbritannien ab. Die spanische Airline Iberia hat bislang vier Flüge von und nach Heathrow abgesagt, Alitalia strich sechs Flüge zwischen Italien und Großbritannien, während die skandinavische Fluggesellschaft SAS bis auf Weiteres alle Flüge nach Heathrow absagte.

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