Testfahrt im Panzer
Adrenalin-Kick im Outdoorpark

Mit Panzern fahren oder einen Hubschrauber fliegen - im niedersächsischen Fursten Forest kommen Action-Fans auf ihre Kosten. Für die Initiatoren sind die Zeiten aber nicht so rosig: Sie schreiben keine schwarze Zahlen.
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Fürstenau300 PS jaulen auf. Der Fahrer lässt die schwergängige Kupplung kommen, verpasst ein wenig den Schleifpunkt und rettet die Lage durch beherzten Druck aufs Gaspedal. Aber das Gefährt schießt nicht nach vorne, es macht einen Ruck und rollt behäbig voran. Ketten graben sich in den matschigen Untergrund, denn das Vehikel ist ein BMP-1, ein russischer Schützenpanzer. Der schwimmfähige Panzer wiegt locker 13 Tonnen und wird gefahren von Handelsblatt-Autor Patrick Kleinmann.

Nach dem Warmwerden auf gerader Strecke lenkt er den Stahlkoloss fast routiniert über Anhöhen, durch Kurve und durch Senken. Dass die Schrägen dabei die 45-Grad-Neigung zum Teil empfindlich überschreiten, merkt man als Mitfahrer mitunter schmerzlich. Ein Unterschied zum Profi ist jedoch auszumachen. „Das ist einfach nur wie ein anderes Auto fahren“, erklärt Kleinmann im Anschluss mit einem dicken Grinsen im Gesicht.

Die Strecke liegt im „Fursten Forest“ mitten im sonst eher unauffälligen Osnabrücker Land, auf dem 362 Hektar großen Gelände einer ehemaligen Bundeswehrkaserne im niedersächsischen Fürstenau. Hier kann jeder Panzerfahren – solange er das nötige Kleingeld mitbringt.

Das ist prinzipiell nichts, was sich nicht auch woanders erleben ließe. Allein die Online-Portale Jochen-Schweizer.de und Mydays.de, auf Geschenkideen mit „Action“ spezialisiert, führen bis zu fünf Angebote im Shop, im gesamten Bundesgebiet und Tschechien. Auch die weiteren Aktivitäten, mit denen der „Fursten Forest“ ködert, lassen sich quer durch die Republik erleben: Hubschrauberrundflüge, die Fahrt in einem Supersportwagen, Quad, Kart und Geländewagen fahren, Paintball spielen.

Doch die Kombination aus allen ist, wie die Verantwortlichen stolz betonen, europaweit ziemlich allein auf weiter Flur. Das liegt vor allem an der einstigen Pommern-Kaserne selbst: „Das Gelände ist einzigartig“, erläutert Projektleiter Cees Meekers. Gemeint sind nicht nur die unerhört große Fläche und die für Geländefahrten ausgelegte Infrastruktur darauf, sondern auch die bestehenden Gebäude.

Die werden als Werkstatt, in Zukunft auch für Hotels und Gastronomie genutzt. Meekers geht in der Präsentation des Konzepts durch und durch auf und – den von Adrenalin und Endorphin am Ende etwas verklärten Blick beiseite – das, was der Niederländer vorstellt, hat tatsächlich Hand und Fuß.

Die Idee für den Park hatten drei Geschäftsmänner aus dem Großraum Enschede. Die Entstehungsgeschichte könnte kaum passender zum Projekt sein: Im Business Club des Fußballklubs Twente treffen Jan Boomkamp, Peter van Merksteijn und Hans Lesscher aufeinander. Über Kontakte erfahren sie von dem zum Verkauf stehenden Gelände in Deutschland, zunächst soll dort schlichtweg ein Jagdrevier entstehen.

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