TGV bremst Premierenfahrt
ICE schleicht nach Paris

Die Eröffnung der neuen deutsch-französischen Schnellstrecke am Freitagmorgen verlief nicht ganz so wie geplant. Ein ICE- und ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug aus Stuttgart und Frankfurt am Main traf zwar in Paris ein – allerdings mit beachtlicher Verspätung. Die Begründung klingt reichlich kurios.

HB FRANKFURT/STUTTGART. Wie ein Sprecher der französischen Bahn-Gesellschaft SNCF am Freitag sagte, musste der ICE auf seinen Partnerzug TGV warten, der durch zahlreiche Stopps an Bahnhöfen für Fotoaufnahmen aufgehalten wurde und in Straßburg einen unvorhergesehenen Stopp zur Wasseraufnahme einlegen musste. „Uns ging es nicht darum, pünktlich zu sein, sondern gemeinsam anzukommen“, sagte ein Bahnsprecher. Deshalb habe der ICE kurz vor Paris das Tempo gedrosselt, um auf den TGV zu warten. Statt um 12.37 Uhr traf der ICE mit dem TGV um 13.12 Uhr am Gare de l'Est ein.

Nach sechs Jahren technischer und bürokratischer Vorbereitung soll die Kooperation beider Bahnen das Fahrgastaufkommen auf dieser Verbindung in den kommenden Jahren um 50 Prozent auf 1,5 Millionen jährlich steigern.

Über Mannheim, Kaiserslautern und Saarbrücken erreicht der ICE die neue Hochgeschwindigkeitstrasse in Frankreich, wo er dann mit einem Spitzentempo von 320 Kilometern pro Stunde fahren kann. Der TGV rast normalerweise in knapp vier Stunden über Karlsruhe und Straßburg in die französische Hauptstadt. Auf beiden Strecken beginnt der reguläre Betrieb am 10. Juni. Vom 9. Dezember an wird die Zahl der Verbindungen erweitert.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, kündigte vor Abfahrt des Zuges an, dass ein Vertrag zwischen neun Eisenbahnen Europas unterzeichnet werden solle. In dem Abkommen verpflichten sich die Bahnen ähnlich der „Star Alliance“ im Luftverkehr zu gemeinsamem Serviceniveau und übergreifenden Buchungsmöglichkeiten. Die Strecke Frankfurt-Paris sei die Initialzündung, um in Europa grenzüberschreitend mehr Verkehr auf die Schiene und mehr Gäste in die Züge zu bekommen.

„Das Angebot von Frankfurt nach Paris ist nun gleichwertig oder noch besser als der Flugverkehr“, sagte Mehdorn vor der Abfahrt. Die Menschen könnten nun zwischen Flugzeug, Auto und einem wettbewerbsfähigen Bahnangebot frei wählen. Die Strecke Frankfurt-Paris sei die Initialzündung, um in Europa grenzüberschreitend mehr Verkehr auf die Schiene und mehr Gäste in die Züge zu bekommen.

Der Ticket-Normalpreis beträgt 99 Euro in der 2. Klasse ab Frankfurt und 95 Euro ab Stuttgart für die jeweils gut 600 Kilometer langen Strecken.

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