TGV und ICE im Einsatz
Paris rückt näher

Paris liegt seit Sonntag für viele Deutsche fast vor der Haustür: Der fast voll besetzte französische Hochgeschwindigkeitszug TGV kam am Vormittag bei seiner ersten regulären Fahrt mit 18 Minuten Verspätung in Stuttgart an. Zuvor war bereits ein deutscher ICE genau um 6.43 Uhr vom Pariser Ost-Bahnhof in Richtung Frankfurt abgefahren.

dpa PARIS/STUTTGART/FRANKFURT. Bei allen Zwischenstopps auf der Strecke wurden die Züge mit „großem Bahnhof“ empfangen. Die Fahrtzeit verkürzt sich dank einer Neubaustrecke in Frankreich zwischen Paris und Stuttgart von sechs auf 3:40 Stunden und zwischen Paris und Frankfurt/Main von 6:20 auf 4:11 Stunden. Beide Züge erreichen auf den Strecken ein Spitzentempo von 320 km/h.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und Bahnchef Hartmut Mehdorn begrüßten den TGV (train à grande vitesse) in Stuttgart. „Es ist ein tolles Zeichen für Europa und zeigt wie Europa zusammenwächst“, sagte Oettinger. Mit an Bord war auch die Straßburger Bürgermeisterin Fabienne Keller, die in der elsässischen Hauptstadt zugestiegen war. Der französische Zug war pünktlich um 7.24 Uhr in Paris los gefahren, verspätete sich nach einem weiteren Stopp in Karlsruhe aber in Stuttgart. Wegen Schaulustiger habe der TGV langsamer als geplant fahren müssen, sagte eine Bahnsprecherin.

Nach dem Fahrplanwechsel am Sonntag begann auch der regelmäßige ICE-Verkehr zwischen Frankfurt und Paris. Der erste Zug von Frankfurt verließ um 8.29 Uhr den Hauptbahnhof und hielt auch in Mannheim. Die Fahrzeit beträgt zunächst noch vier Stunden und elf Minuten. Mit dem europaweiten Fahrplanwechsel im Dezember soll sich die Reisezeit auf der Prestigestrecke, mit der die Bahn vor allem Billigfliegern Konkurrenz machen will, noch einmal verkürzen, auf drei Stunden und 49 Minuten.

Zwischen Stuttgart, Frankfurt und Paris sind täglich drei Verbindungen vorgesehen, von Dezember an jeden Tag vier Hin- und Rückfahrten. Der Normalpreis für die einfache Fahrt in der zweiten Klasse beträgt 99 Euro.

Die Deutsche Bahn rechnet auf den Strecken Stuttgart und Frankfurt nach Paris binnen weniger Jahre mit einem Anstieg der Passagierzahl um mehr als 50 Prozent auf jährlich 1,5 Millionen. Die neue 300 Kilometer lange Strecke in Frankreich hat vier Mrd. Euro gekostet. Die französische Bahngesellschaft Sncf erwartet, die Kosten innerhalb von vier oder fünf Jahren wieder hereinzuholen.

In mehreren Städten entlang der deutsch-französischen Routen wurde der Beginn der neuen Hochgeschwindigkeitsära gefeiert. In Stuttgart sollten auf dem Schlossplatz unter anderem der Popsänger Sasha und die No Angels auftreten. In Karlsruhe sollten Alt-Rocker Peter Kraus und Monrose für Stimmung sorgen. In Straßburg begrüßten Hostessen in elsässischen Trachten die Reisenden.

Bei einem Open-Air-Konzert vor der Alten Oper in Frankfurt wurden am Mittag unter anderem Mark Medlock und Sabrina Setlur erwartet. In Saarbrücken sollen neben Patricia Kaas, die von Frankfurt aus mit dem ICE ins Saarland fuhr, auch der Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer Roger Cicero und Nena auftreten.

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