Tipps für Vielflieger
Duschen Sie nie in Airport-Lounges

Wo verbringt man als Vielflieger Zeit am Flughafen? In den Lounges. CNN-Kultmoderator Richard Quest gibt Tipps, welche Flughäfen Geschäftsreisenden am meisten bieten – und welche nur Likörpralinen.

Wenn mich jemand nach dem Geheimtipp für Vielflieger fragt, erwartet derjenige einen ganz besonderen Rat wie „Cremen Sie Ihr Gesicht mit einer Gurken-, Käsemaske ein, und der Jetlag ist Vergangenheit“. Meine Antwort ist unspektakulärer: „Seien Sie früh am Flughafen, und nutzen Sie die Zeit zur Entspannung.“

Ich habe letztens einen Aufenthalt von zwei Stunden am Londoner Flughafen Heathrow in einer Lounge verbracht. Die beste Lounge dort ist das Heathrow Clubhouse, die Business Lounge von Virgin. Es gibt anständiges Frühstück, das man sich sogar bestellen kann und nicht von einem abgestandenen Buffet holen muss. Natürlich kann man sich auch massieren und die Haare schneiden lassen, und es gibt Spa-Einrichtungen! Ich hatte nur Zeit für die Massage. Außerdem hat man Platz, Platz, Platz. Raucher genießen die beste Aussicht, ihr Bereich ist an den Fenstern. Was mich am meisten an der Virgin Lounge beeindruckt, ist die einfache Idee, dass wir Vielflieger entspannen und nicht nur Zeit totschlagen sollen. Das ist ein wahnsinniger Unterschied zum Konzept anderer Airlines.

Lufthansa-Lounges, die zu den überfülltesten und unbequemsten Lounges der Welt gehören, bieten die seltsamste Essensauswahl an, vor allem ist sie üppig an Süßigkeiten. Wie um Himmels Willen kommt Lufthansa auf die Idee, dass sich Geschäftsleute mit Likörpralinen, Gummibärchen und Sahnebonbons den Bauch voll schlagen wollen, während sie auf ihren Flug warten? In der Lufthansa-Zentrallounge in Frankfurt gibt es selten Nahrhaftes wie Käse oder Obst.

Wenn die Zeit vor einem Flug jedoch knapp ist, dann rate ich davon ab, in Lounges zu duschen: Als ich mit Swiss von New York nach Zürich fliegen wollte, duschte ich am JFK in der Lounge von Swiss/Alitalia. Als ich den Wasserhahn abdrehte, ahnte ich, dass ich in Schwierigkeiten war: Die Glaswand der Dusche klemmte, und ich konnte sie nicht mehr öffnen. Ich drückte dagegen, zog und schob, zerrte daran und versuchte, sie anzuheben, aber nichts bewegte sich. Ich war in einer Dusche gefangen! Bei meinem Unfall im letzten Jahr, als ich versucht hatte, eine Duschglastür zu öffnen, zersprang das Glas und ich war von Schnittwunden übersät, wurde mit 22 Stichen genäht. Ich wollte daher auf keinen Fall eine weitere Schiebetür bezwingen.

Es gab keinen Alarmknopf. So stand ich in dieser Dusche: nass, nackt und frierend, mit dem Ziel, den Flug zu erwischen. Was sollte ich als gestandener Mann tun? Schreien? Eine halbe Stunde lang rief ich um Hilfe und klopfte gegen die Duschtür. Ich machte so viel Lärm wie möglich. Nichts. Niemand schien mich zu hören, obwohl in der Toilette nebenan dauernd die Spülung lief. Schließlich erreichte wohl die steigende Panik in meiner Stimme Aufmerksamkeit, und Hilfe kam. Das Schloss zu meiner Umkleidekabine klemmte aber auch noch, so dass erst die Tür aus den Angeln gehoben werden musste, bevor meine Helfer zu mir vordringen konnten. Es dauerte lange bis zum befreienden Moment: Als die Tür der Duschkabine endlich offen war, stand ich inmitten einer Gruppe von fremden Menschen – splitterfasernackt.

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