Tipps gegen "Jet Lag"
Der Trick mit dem Langweiler

Wer das Urbedürfnis nach Schlaf auszuhebeln versucht, schadet sich auf Dauer selbst. Schlafforscher Jürgen Zulley hat einige Empfehlungen an Vielreisenden, die vom „Jet Lag“ und von Einschlafproblemen geplagt werden.

Gottlob sind die Romane und Geschichten ungeschrieben geblieben, die der Business Traveller in all den Reisejahren einschlafend ersann. Wann immer ich Zeit, Gelegenheit und Langeweile genug habe, hebele ich die Sitze im Flugzeug oder in der Eisenbahn zurück, schließe die Augen und denke mir etwas Haarsträubendes oder Hirnrissiges aus. Ein Familienschicksal, einen Banküberfall, eine abenteuerliche Flucht, eine Romanze.

Nach dem Aufwachen bin ich zwar erfrischt, habe aber vergessen, was ich mir zuvor zusammengereimt hatte. Es wird wohl zum Einschlafen langweilig gewesen sein.

Jeder hat so seine Tricks, um sich aus dem Wachzustand in den REM-Zustand zu befördern, wo sich nur noch die Augen zum Rapid-Eye-Movement (REM) bewegen. Tiefschlaf ist Erholung.

Wer das Urbedürfnis nach Schlaf auszuhebeln versucht, schadet sich auf Dauer selbst. Dann können die Folgen verheerend sein wie bei schweren Schlafstörungen: „Ein fataler Fehler in unserer Leistungsgesellschaft“, warnt Schlafforscher Jürgen Zulley in seinem „Buch vom guten Schlaf“ (Verlag Zabert Sandmann, 2005, 19,95 Euro).

Dem Dauerbrenner „Jet Lag“ widmet er mehrere Kapitel. Zulley empfiehlt bei kürzeren Reisen mit Zeitumstellung, den heimatlichen Tag-Nacht-Rhythmus so weit wie möglich beizubehalten, um sich nicht doppelt umstellen zu müssen. Vor Flügen nach Osten (Asien, Australien) sollte man früher aufstehen und vor Flügen nach Westen (Nord- und Südamerika) später schlafen gehen. Am Zielort gilt: Stellen Sie sich so schnell wie möglich um – auf regelmäßige Mahlzeiten, regelmäßigen Stressabbau, regelmäßige Schlafzeiten.

Und im Flugzeug? Nach einem eher leichten Abendmahl bringen ein, zwei Gläser Rotwein das nötige Maß an Müdigkeit. Mehr nicht – Alkohol ist eigentlich ein Schlafkiller, weil er die natürliche Regulation von Tiefschlaf- und Traumphasen durcheinander bringt. Eher raten Ärzte zu pflanzlichen Schlafmitteln.

Wer Touristenklasse reist, sollte sich für einen Fensterplatz entscheiden, um seinen Kopf mit einem zusätzlichen Kopfkissen bewehrt, anlehnen zu können. Ohrstöpsel? Schlafbrille? – Die einen können gut darauf verzichten, für die anderen sind sie geradezu fetischartige Boten des Unterwegs-Schlafs. Wer dann noch Einschlafprobleme hat, kann’s mit einem Glas Milch mit Honig versuchen – oder mit entspannend langweiligen Drehbüchern, ähnlich wie sie sich Ihr „Business Traveller“ regelmäßig ausdenkt . Und dabei prompt wegnickt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%