Totale Sonnenfinsternis in Antalya
Türkei: Vom Otodrom bis Carmina Burana

Mehr als bloß baden: In diesem Jahr hat die Türkei, eines der wichtigsten Reiseländer Europas, eine Menge zu bieten.

Ungewohnt duster wird?s an diesem Mittwoch über dem türkischen Ferienort Antalya sein. Und zwar am eigentlich helllichten Tag. Dann, am 29. März nächsten Jahres, werden Tausende von Gästen erwartet, die der verfinsterten Sonne nachreisen und ihre verdunkelten Okulare in der Hoffnung ins Auge klemmen, nichts anderes als das Werden und Vergehen eines schwarzen Kreises bewundern zu dürfen, der die Sonne verdeckt.

Nirgendwo sonst in unserer Nähe wird die nächste totale Sonnenfinsternis so gut zu sehen sein wie in Antalya. Einen Tag lang wird der Ort, eigentlich klassisches Einfallstor für Sonnenhungrige, zum Dorado werden für staunende Profis und Amateure auf der Suche nach einem seltenen Schauspiel.

Schon heute werben Reiseveranstalter wie Öger Tours für dieses Spektakel im Süden der Türkei. Aber auch altehrwürdige Einrichtungen organisieren für ihre Bildungsklientel populärwissenschaftliche Reisen mit fachkundigem Begleitprogramm, etwa das Deutsche Museum in München.

Die Chance, eine Sonnenfinsternis zu erleben, die von Wolken unbeeinträchtigt ist - sie ist erstklassig. Die Touristen-Metropole Antalya rühmt sich ihrer 300 Sonnentage im Jahr, aber auch ihrer massentouristischen Präsenz: Fast neun von zehn Türkei-Touristen bleiben an den Stränden rund um die Mittelmeer-Metropole im Süden der Türkei.

Von hier aus brechen aber auch Busse auf zu Ausflügen ins Taurusgebirge, manchmal stundenlang vorbei an gigantischen Tabak- und Melonenfeldern. Sie sind beladen mit meist deutschen Touristen, die auf den Cent achten wollen oder müssen und eine Woche Türkei für 200 Euro gebucht haben, Flugreise inklusive.

Schon stöhnt die Tourismuswirtschaft über die Saat der Billigreisenden. Die sie freilich selbst ausgebreitet hat. "Eine Woche Türkei-Urlaub für 199 Euro einschließlich Flug ist nicht kostendeckend und gefährdet die Entwicklung des Tourismus im ganzen Land", sagt Vural Öger, Chef des führenden Türkeiveranstalters. Die Bustouren, die auch Öger Tours veranstaltet, führen teils zu antiken Stätten à la Pamukkale (Hierapolis) oder Aphrodisia. Dort sind die ursprünglichen Einkaufs- und Flanierstraßen ebenso gut zu erkennen wie ein öffentliches Badezentrum für die Bürger der Stadt, die um 200 vor Christi Geburt in Blüte war. Bis heute ist die wundersame Akustik des Amphitheaters beeindruckend.

Die Zentren der antiken wie zeitgenössischen Urbanität befinden sich oft in der Nähe von Landschaften, die beinahe archaisch anmuten. In den kargen Bergen des Taurus beispielsweise leben vereinzelt noch echte Nomaden in Zelten aus Ziegenhaar. Das hält im Winter so warm, wie es im Sommer die Hitze abwehrt. Ihre Kamele quälen die Einheimischen gern über den harten und heißen Asphalt der Urlaubsmetropolen, immer auf der Suche nach Touristen, die unbedingt mal auf einem Kamel reiten wollen.

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