Tote durch Überschwemmungen
Chinesische Behörden verschwiegen Taifun-Opfer

In China hat sich die Zahl der Todesopfer in Folge des Taifuns „Bilis“ mehr als verdoppelt. Nachdem erst von 230 Opfern die Rede war, wurden nun fast 500 Tote gemeldet. Die chinesischen Behörden haben die Zahlen nach oben korrigiert, nachdem das chinesische Fernsehen kritische Berichte gesendet hat.

HB PEKING. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag meldete, starben durch den Tropensturm mindestens 482 Menschen. Zuvor war von knapp 230 Opfern die Rede gewesen. Mindestens 89 Menschen wurden noch vermisst. Die Behörden der Provinz Hunan im Landeszentrum hätten ihre Zahlen nach oben korrigiert, hieß es zur Begründung. Zuvor hatte das chinesische Fernsehen darüber berichtet, dass die Vertreter eines Landkreises in Hunan die Zahlen absichtlich beschönigt hätten.

Wie andere asiatische Länder war China in den vergangenen Tagen von Überschwemmungen und heftigen Niederschlägen heimgesucht worden, bei denen in der Volksrepublik fast drei Mill. Menschen ihr Obdach verloren und rund 260 000 Häuser zerstört wurden. Südchina wird jedes Jahr von heftigen Regengüssen und Unwettern geplagt, in diesem Jahr war die Niederschlagssaison jedoch besonders folgenschwer. Bereits bevor „Bilis“ über das Land hinwegfegte, waren bei Unwettern und Überschwemmungen hunderte Menschen ums Leben gekommen.

Auch in Japan und auf der koreanische Halbinsel fielen ungewöhnlich starke Monsunregen, die Überschwemmungen und Erdrutsche auslösten. Die Behörden gingen von mindestens 129 Toten in Süd- und Nordkorea innerhalb der vergangenen Woche aus. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete am Freitag dagegen hunderte Tote und Vermisste infolge der Stürme. Zehntausende Häuser seien zerstört worden.

„In einigen abgelegenen Gebieten sind ganze Dörfer weggeschwemmt worden“, sagte ein Vertreter des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes. „Auch öffentliche Einrichtungen wurden zerstört, darunter Krankenhäuser.“ Experten gingen davon aus, dass die schweren Überflutungen große Teile der Ernte vernichtet haben könnten, so dass dem kommunistischen Land eine neue Hungersnot droht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%