Tourismus
Auch Scheichs shoppen auf der Kö

Jedes Jahr im Dezember kommen die Busse aus Benelux. Im Sommer kommen täglich Flugzeuge aus Mittel-Ost. Demnächst werden verstärkt Engländer nach Düsseldorf kommen - zum Shoppen und Feiern. Der Tourismus ist in Düsseldorf ein immer wichtigerer Wirtschaftsfaktor.

DÜSSELDORF. Im vergangenen Jahr haben sich 88 138 Düsseldorf-Besucher die gezahlte Mehrwertsteuer erstatten lassen. Als Ausländer sind sie davon befreit. „Jeder dieser Besucher hat für 365 Euro gekauft", weiß die Global Refund Deutschland GmbH. In keiner anderen der deutschen „Must-see-Städte" geben die Besucher so viel aus wie in Düsseldorf; in Berlin nicht, in München nicht und auch nicht in Köln. Von diesen Einkaufs-Touristen zählt Düsseldorf mehr als die Millionenstadt Hamburg am Tor zur Welt.

Zusammengerechnet hat allein die Gruppe der steuerbewussten Auslandskäufer 2005 mehr als 32 Millionen Euro in Düsseldorf ausgegeben; Hotel- und Restaurantrechnungen, Taxis und Sonstiges nicht mitgezählt. Ein Jahr zuvor waren es erst 31 Millionen Euro. Für das laufende Jahr 2006 rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg.

Seit Mai fliegen Emirates-Airlines täglich zwei Maschinen voll zahlungskräftiger Touristen aus Dubai ein. Für das vergangene Jahr, als die "Scheich-Linie" nur einmal pro Tag kam, gibt die Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH die Zahl der Mittelost-Besucher mit 35 000 an - um 10 Prozent höher als vor einem Jahr. Diese Gäste bleiben - anders als "normale" Reisende - nicht nur die durchschnittlichen 1,8 Tage an der Düssel. Sie kommen auch nicht mit jenen 336 Euro aus, welche die Messe Düsseldorf GmbH als durchschnittlichen Wert errechnet hat, den der typische Messegast pro Tag in der Stadt lässt. Bei jährlich 1,3 Millionen Messebesuchern sind das fast 500 Millionen Euro, die dieser Tourismus-Faktor in die Kassen der lokalen Wirtschaft spült.

Die örtliche Kultbrauerei Uerige baut gerade an. "Das Schumacher" kann den Bierverkauf kaum mehr steigern, ohne die Brauerei im engen Innhof des Stammhauses zu vergrößern. Das Füchschen hat längst alles ausgebaut, um Vorrat für die heißen Tage anzulegen, wenn Messegäste in die Lokalkultur einsteigen. Oder wenn Fußballfans aus den Bundesligastadien in der Nachbarschaft einen Zwischenstopp an der "längsten Theke der Welt" einlegen, ehe sie mit dem letzten Zug nach Süden oder Norden weiterreisen.

Während der Fußball-WM war Düsseldorf die am besten gebuchte Stadt im ganzen Land, obwohl in der lokalen LTU-Arena nicht ein einziges Spiel ausgetragen wurde. Die Bettenauslastung der Hotels ist mit 42 Prozent weit höher als anderorten. Noch besser ist die Zimmerauslastung mit fast 70 Prozent, weil Einzelgäste im Doppelbettzimmer einquartiert werden. Als besonderer Pluspunkt erweisen sich die Luxushotels: "Scheichs shoppen an der Kö", titelte jüngst die Lokalpresse über die Luxus-Besucher aus mittelöstlichen Golfstaaten. Sie genießen den Sommer am Rhein, weil es hier (noch) nicht so heiß ist wie in ihrer Heimat.

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