Tourismus
Wie Sizilien mit Häusern für einen Euro lockt

Für nur einen Euro wird mitten in Sizilien der Traum vom Ferienhaus in Italien wahr. Doch kann so ein „unschlagbares“ Angebot eine Stadt retten? Wie kaum anders zu erwarten, hat das Angebot einen Haken.
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Gangi/RomIn Gangi kostet ein Haus fast so viel wie ein Espresso. Egidia de Benedictis glaubte ihren Augen nicht, als sie das las. „Wie kann das sein? Das müssen wir uns ansehen!“, habe sie zu ihrem Mann gesagt. Und so reiste das Paar aus Belgien in den kleinen sizilianischen Ort zwischen Catania und Palermo, in dem es sie wirklich gibt: Häuser für einen Euro.

In Gangi ist wenig zu spüren von der Quirligkeit und dem Durcheinander Palermos zwei Autostunden entfernt. Der Ort wurde auf einem Felsen gebaut, etwa 6700 Menschen leben noch dort. In der Altstadt scheint die Zeit im Mittelalter stehen geblieben zu sein. Zwischen Steinmauern und unzähligen Kirchen begegnet man in den engen, steilen Gässchen auch an einem sonnigen Septembertag nur wenigen Leuten.

Pittoresk ist der Ort, keine Frage: umgeben von Wanderwegen, mit Blick auf den stolzen Vulkan Ätna. Doch nur von schöner Aussicht kann niemand leben. Viele ziehen deshalb weg, in die größeren Städte oder ins Ausland. Bürgermeister Francesco Paolo Migliazzo ist so stolz auf die Idee, die Gangi wiederbeleben soll, als wäre sie seine eigene gewesen.

Der Deal: Wer in Gangi ein Haus für einen Euro kauft, verpflichtet sich, das Gebäude innerhalb von drei Jahren zu restaurieren und hinterlegt eine Bürgschaft von 5000 Euro. Die Ziele: „Das historische Zentrum aufwerten. Die Kommune wiederbevölkern. Die lokalen Handwerker unterstützen“, sagt Migliazzo.

Um die hundert Häuser wurden in den vergangenen Jahren für einen Euro verkauft, seit Migliazzos Vorgänger Giuseppe Ferrarello die Initiative angestoßen hatte. Nachahmer gibt es in Gemeinden der Toskana oder im Latium. Alessandro Cilibrasi, ein Italiener, der nur selten sein Zigarettenpäckchen aus der Hand gibt, bringt die verlassenen, vernachlässigten und baufälligen Steinhäuser mit seinem Partner Santo Bevacqua an den Mann.

Die Gebäude sind noch in Besitz der eigentlichen Eigentümer. Sie haben der Kommune Bereitschaft signalisiert, sie für einen Euro zu verkaufen. Auf der Homepage der Gemeinde kann man sich einen ersten Eindruck von den rund 30 Niedrigpreis-Objekten verschaffen. Oder direkt zu Cilibrasi in den alten Fiat steigen, der viel zu schnell durch die schmalen Straßen fährt.

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„Man muss wirklich alles von Null an bauen“

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  • Dass Eigentum verpflichtet, ist ja nun nicht wirklich eine Neuigkeit.

    Und wenn es dabei um etwas Sinnvolles (z.B. die Erhaltung von Erhaltenswertem) geht, finde ich die Idee gar nicht schlecht.

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