Transsibirische Eisenbahn

Rostnägel am schönen Baikal

Sehnsuchtsorte, grenzenlose Weite, bukolische Landschaften: Auf dem Weg von Peking nach Moskau bekommt der Reisende so einiges zu sehen. Unterwegs mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn.
  • Kerstin Schneider
Der Sonderzug "Zarengold" auf der Bahnstraße am Baikalsee. Foto: Lernideen Erlebnisreisen GmbH

Der Sonderzug "Zarengold" auf der Bahnstraße am Baikalsee. Foto: Lernideen Erlebnisreisen GmbH

Auf der Anzeigentafel im Bahnhof von Erlian stehen die Sehnsuchtsorte der transsibirischen Reisenden: Ulan Bator, Irkutsk, Jekaterinburg, Wladiwostok und Moskau. Das Preissystem ist denkbar simpel. Wer von Erlian, einem chinesischen Grenzstädtchen, mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Moskau fährt, muss sich nur zwischen drei Kategorien entscheiden: Holzklasse, Soft- oder Deluxe-Abteil.

Noch leichter haben es da die 150 Deutschen, Österreicher und Schweizer, für die auf Gleis 1 der Sonderzug eines deutschen Veranstalters parat steht. Der Mythos „Transsib“ lässt sich damit europäisch abgefedert erleben: 18 Waggons russischer Bauart, Klimaanlagen, drei Speisewagen. Einheimische sind nicht an Bord, abgesehen von den 50 russischen Serviceleuten und Reiseführern.

Von Ost nach West, von Peking über die Mongolei, durch Sibirien bis nach Moskau führt die 7000-Kilometer-Reise – erst auf der 1955 eröffneten transmongolischen Route, der früheren Teestraße von Peking durch die Mongolei bis Ulan-Ude, später auf der klassischen transsibirischen Strecke.

Beim kurzen Halt im Grenzort Zanem Ude an der chinesisch-mongolischen Grenze streut die Wüste Gobi den Reisenden Sand in die Augen. Plastiktüten wirbeln durch die Luft. Kühe suchen Schutz zwischen den Waggons.

Drinnen eine europäische Bastion mit Krimsekt, gestärkten Servietten, Bar und Bordbibliothek. Draußen erstrecken sich in alle Himmelsrichtungen tausende Kilometer weit Grasland, Steppe und Wüste.

Am Morgen, kurz vor der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator, fällt der verschlafene Blick auf schmuddelige Jurten die neben kleinen, noch unfertigen Häusern stehen. Als der mongolische Dichter Galsan Tschinag die „schlafenden Schwäne in der mongolischen Steppe“ besang, hatte er diese Übergangswohnplätze wohl nicht vor Augen. Grenzenlose Weite und Schönheit der bukolischen Landschaft entfalten sich erst nach Verlassen der Hauptstadt.

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