Umsteige-Airport
Düsseldorf wird zum Drehkreuz für Air Berlin

Nach der Übernahme der Fluggesellschaft LTU laufen bei der zweitgrößten deutschen Airline Air Berlin die Planungen für ein interkontinentales Verkehrsangebot mit Düsseldorf auf Hochtouren. Parallel dazu investiert der Flughafen Düsseldorf einen dreistelligen Millionenbetrag, um die Infrastruktur eines internationalen Umsteige-Airports zu schaffen.

PALMA Das Kartellamt hatte das Geschäft Anfang August genehmigt. Der touristische Verkehr bleibe auch in Zukunft die Basis des LTU-Geschäfts. Jedoch sei das Ziel, die Airline, die unter dem Air-Berlin-Dach weiter in einer eigenständigen Gesellschaft geführt werden soll, zu einem Liniencarrier für Geschäftsreisende auszubauen. Das erklärte Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold am Wochenende vor Journalisten auf Mallorca. Die Langstreckenflotte werde eine völlig neu gestaltete Business Class erhalten, ein „wettbewerbsfähiges Produkt“ mit etwa 30 Sitzen pro Jet. Mitte September werde Air Berlin weitere Einzelheiten mitteilen.

Mehrmals wöchentlich sollen vom nächsten Sommer an Peking und Shanghai sowie Neu Delhi nonstop angeflogen werden. Die Anträge für die luftverkehrsrechtlichen Genehmigungen seien gestellt, sagte Hunold weiter. Um das erforderliche Passagieraufkommen für die Langstrecken zu erhalten, setzt Air Berlin nicht nur auf den starken NRW-Heimatmarkt. Bis zu 55 so genannte Feeder-Flüge sollen täglich aus dem innerdeutschen und europäischen Streckennetz der Gesellschaft Passagiere nach Düsseldorf transportieren

.

Mit der Übernahme der LTU sei Düsseldorf der größte Airport der Air Berlin. Diese hatte im vergangenen Jahr die Fluggesellschaft DBA übernommen und war damit im nationalen Verkehr ins Geschäftsreisegeschäft eingestiegen. Das habe man konsequent ausgebaut, berichtete Hunold. Innerdeutsch seien bereits 60 Prozent Business-Kunden, in Europa liege der Anteil zwischen 50 und 60 Prozent – Tendenz jeweils steigend. Das Charter-Geschäft mit Pauschalreisenden habe 2006 noch 37 Prozent ausgemacht und bewege sich weiter zurück. Damit verringerten sich die Risiken, die das von Krisen und Katastrophen stark abhängige Touristikgeschäft stets berge.

Der Flughafen Düsseldorf, nach Frankfurt und München die Nummer drei in Deutschland, legt nach Jahren der Stagnation bei den Passagierzahlen kräftig zu. In diesem Jahr werden erstmals „deutlich über 17 Millionen“ Fluggäste erwartet, in vier Jahren soll die Schallmauer von 20 Mill. Passagieren erreicht werden, sagte Flughafenchef Christoph Blume. Der Anteil der Interkontinentalflüge liege mit elf Prozent fast so hoch wie in München (12,3 Prozent). Im nächsten Jahr rechne Düsseldorf mit 17 Langstrecken-Zielen und 84 Abflügen pro Woche. Lufthansa hatte kürzlich angekündigt, vom Rhein aus mit Großraumfluggerät A 340 nach New York, Chicago und Toronto zu fliegen.

Um den bisher überwiegend als Start- und Zielflughafen in Nordrhein-Westfalen genutzten Airport zum Umsteige-Drehkreuz auszubauen, will der Flughafen rund 100 bis 150 Millionen Euro investieren.

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