Urlaub und Wechselkurse: Günstig verreisen trotz des schwachen Euros

Urlaub und Wechselkurse
Günstig verreisen trotz des schwachen Euros

Wegen der Talfahrt des Euro an den Devisenmärkten müssen Urlauber umdenken. Beliebte Fernreiseziele werden nun teurer. Wer jedoch schnell reagiert, spart auch in Ländern, die jetzt teurer werden. Tipps für die Ferien.
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DüsseldorfWenn es um Urlaub geht, kennen die Deutschen keine Kompromisse: Sie planen mit einem hohen Budget. Und jeder Dritte würde grundsätzlich „nie beim Reisen sparen“. Das verrät eine Reise-Trends-Studie von Trip Advisor, bei der mehr als 44.000 Reisende und Hoteliers befragt wurden. Verglichen mit 2014 wollen Urlauber in den kommenden zwölf Monaten sogar mehr ausgeben. Im Durchschnitt wären das satte 6.700 Euro oder 300 Euro mehr als im Vorjahr.

Gleichwohl: Euro ist nicht gleich Euro, jedenfalls nicht auf Reisen. Die jüngsten Währungsturbulenzen bringen manch eine Urlaubsplanung durcheinander: Abhängig davon, wo es in diesem Sommerurlaub hingeht, bekommen die Deutschen mehr oder weniger für ihr Geld. Im Zweifelsfall eher weniger als im Vorjahr, weil der Euro auf Talfahrt gegangen ist.

Vor allem Menschen mit Fernweh dürften angesichts der Euro-Schwäche ins Grübeln kommen. Schließlich rechnet die halbe Ferienwelt in Dollar ab. Für den preisbewussten Reisenden bleibt da nur eins: die wenigen Länder ansteuern, deren Währung noch stärker in die Knie ging. Eines der wichtigsten Reiseziele der Deutschen außerhalb des Euroraums bleibt hier die Türkei.

Jahrzehntelang sackte der Wert der türkischen Lira zuverlässig Jahr für Jahr ab und machte so den Urlaub zwischen Alanya und Antalya günstiger. Doch jetzt gibt es für 100 Euro gerade mal 283 türkische Lira. Im März 2014 waren es noch 310. Das sind mehr als elf Prozent Währungsverlust. Also selbst gegenüber einer traditionell schwachen Währung hat der Euro verloren.

Nichtsdestotrotz lässt es sich in dem Land weiter gut leben. Für rund zehn Euro isst der Gast an einer feinen Waterfront in der nähe von Alanya ordentlich zu Abend. Wer sparen will, sollte Preise vergleichen. Zudem gibt es ein probates Mittel, zu Vorjahrespreisen zu verreisen: Man bucht aus dem Katalog.

Denn die Reisepreise reagieren nicht so schnell wie die Devisenmärkte, wie Anja Braun von Tui Deutschland erläutert. Für Reiseanbieter sei der Zeitpunkt des Einkaufs einer Hotel- oder Flugleistung entscheidend. „Der liegt für das aktuelle Katalogangebot fast ein Jahr zurück, so dass wir im Einkauf noch von einem starken Euro profitieren konnten“, sagt Braun. Von diesen Einkaufsvorteilen können jetzt die Kunden profitieren.

Teurer werden für deutsche Urlauber allerdings die Nebenkosten in Reiseländern wie den USA, der Karibik oder der Schweiz. Nach der Freigabe des Schweizer Franken hat sich ohnehin ein Trip in die Schweizer Alpen gegenüber dem Vorjahr mit einem Mal um 23 Prozent verteuert. Für das vor Ort gebuchte Hotel, den Ausflug in den Freizeitpark oder den abendlichen Restaurantbesuch muss vielerorts sehr viel mehr Geld eingeplant werden.

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Euro-Schwäche fließt mit Verzögerung in die Preise

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