Urlaubsinsel erfindet sich neu
Vom Tee zum Tea

Die portugiesische Insel Madeira galt lange Zeit als Blumeninsel für Rentner. Nun bringt sich das Eiland 1 000 Kilometer südwestlich von Lissabon neu ins Spiel: Als Ziel für Golf-Enthusiasten und Wellness-Urlauber.

Es wird betriebsam und eng auf der schmalen Straße unterhalb der steilen Treppe, die zur Kirche Nossa Senhora do Monte führt. Per Bus oder zu Fuß in gut 500 Meter Höhe über der Hauptstadt Funchal angekommen, gilt es in Monte, die Reihenfolge festzulegen - zunächst ein Besuch der Wallfahrtskirche, dann ein Spaziergang durch die tropischen Gärten und schließlich die Abfahrt in einem Korbschlitten.

Der beliebte Stadtteil repräsentiert wie kaum ein anderer Ort die madeirensische Tradition, denn er war bevorzugter Wohnort der Adeligen und Reichen im 19. Jahrhundert, die in ihren Villen und prächtigen Gärten prominente Besucher empfingen. Im Monte Palace Hotel übernachtete fast jeder, der in Europa Rang und Namen hatte.

Lange vor dem Massen-Tourismus trafen sich hier Adelige aus ganz Europa Hier endete auch der Lebensweg des letzten österreichischen Kaisers. Der 1918 aus seiner Heimat vertriebene und weitgehend mittellos gewordene Karl I. starb 1922 an einer Lungenentzündung und wurde in der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte beigesetzt.

Schon lange vorher, im Jahr 1861, hatte ein Kuraufenthalt der Kaiserin Elisabeth von Österreich der Atlantikinsel zu steigender Bekanntheit verholfen. Sissis Kur war zwar nicht sehr erfolgreich - weil ihre Gesundheitsprobleme mehr seelischer Natur waren, wie vermutet wird. Aber fern der strengen Etikette des Wiener Hofes fühlte sich die junge Monarchin sehr wohl auf der Insel mit ihrem dauerhaft milden Klima und der reizvollen Landschaft.

Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurzeln die "Carros de Cesto", denn seinerzeit ließen sich die in Monte ansässigen Kaufleute in solchen Korbschlitten mit ihren präparierten Holzlatten (an Stelle von Rädern oder Metallkufen) zu ihren Kontoren befördern. Heute ist diese etwa zwei Kilometer lange Abfahrt mit den in Weiß gekleideten "Carreiros" eine der populärsten Insel-Attraktionen.

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