US-Zeichentrickserie
Simpsons erobern Schulen und Unis

Viele belächeln die Simpsons weiter als Zeichentrickserie. Doch viele Uniprofessoren und Studenten sehen mehr darin. Das Serienrepertoire bietet mit dem vielschichtigen Humor und den Anspielungen viel Raum zur Analyse.
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HeampsteadBart und Lisa Simpson sind seit 25 Jahren nicht über die Grundschule hinausgekommen. Und trotzdem spielen die beiden Kinder aus der US-Zeichentrickserie „Die Simpsons“ inzwischen auch an zahlreiche Universitäten in den USA eine bedeutende Rolle. Dort werden immer häufiger Bezüge zu den „Simpsons“ verwendet, um die Aufmerksamkeit der Studenten zu wecken und Lehrstoffe in Literatur und zahlreichen Themen der Popkultur zu vermitteln.

„Wenn die Bezüge wichtig genug sind, um von den Simpsons verspottet zu werden, muss es sich um wichtige kulturelle Meilensteine handeln“, sagt Richard Pioreck, Englisch-Dozent an der Hofstra University auf Long Island im US-Staat New York. Er hat die Bewohner der Zeichentrick-Stadt Springfield seit mehr als zehn Jahren in seine Lehrveranstaltungen eingebunden.

Derzeit hält er einen Kurs über den Einfluss der „Simpsons“ auf Musicals und Theaterstücke am Broadway. Nächstes Semester steht ein Online-Literaturkurs auf seinem Lehrplan - Titel: „The D'oh of Homer“. Mit dem Ausruf „D'oh“ drückt Vater Homer Simpson in der amerikanischen Originalfassung seinen Frust oder Ärger über eines seiner vielen Missgeschicke aus - in der deutschen Version wird das nur mit einem einfachen „Nein!“ ausgedrückt. In dem Kurs behandelt Pioreck unter anderem Edgar Allan Poes „Der Rabe“ oder „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens, auf die in „Simpsons“-Episoden Bezug genommen wird.

„Lehrer müssen die Dinge frisch halten“, sagt Denise Du Verenay, Dozentin an der St. Xavier University in Chicago. Sie ist Co-Autorin eines Buches mit dem Titel „„Die Simpsons“ im Klassenzimmer: Wie man die Lernerfahrung mit der Weisheit von Springfield vergrößern kann“.

Lehrer müssten versuchen, die Studenten zu erreichen, wie sie nur könnten. „Und die Simpsons zu verwenden, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, ist meiner Meinung nach brillant“, sagt sie und fügt an: „Der Kampf gegen die Popkultur nutzt niemandem.“

In den vergangenen Jahren haben auch andere Universitäten Kurse zu der Vorabendserie angeboten, die am Mittwoch ihren 25. Geburtstag feierte - darunter die Oswego State University in New York und die San Jose State University in Kalifornien.

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