Verbot von Flüssigkeiten erwogen
EU will Handgepäck ans Leder

Die Europäische Union will die Sicherheitsmaßnahmen für Flugpassagiere verschärfen, um der Terrorgefahr zu begegnen. Im Gespräch sei unter anderem ein Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck, hieß es gestern in Brüsseler EU-Kreisen. Werden die Pläne Realität, trifft das die Passagiere und Fluggesellschaften gleichermaßen hart.

BRÜSSEL/FRANKFURT/BERLIN/DÜSSELDORF. Mit einer Entscheidung ist allerdings erst in einigen Tagen zu rechnen. Dabei sollen auch die Interessen der Fluggesellschaften und der Passagiere berücksichtigt werden. Die Lufthansa und andere Fluggesellschaften stemmen sich gegen ein Verbot von Flüssigkeiten, weil sie um die Attraktivität von Flugreisen für Geschäftsleute fürchten.

Ausgelöst wurden die EU-Pläne durch eine vereitelte Anschlagsserie auf dem Flughafen London-Heathrow. Die britische Polizei hatte Anfang August ein Komplott aufgedeckt, bei dem Terroristen auf Transatlantikflügen Bomben aus flüssigen Komponenten herstellen und zünden wollten. Dies hatte eine Diskussion über ein Totalverbot von Flüssigkeiten, Pasten oder Sprays im Handgepäck ausgelöst. Am Mittwoch und Donnerstag trafen sich Experten in Brüssel, um darüber zu sprechen.

Bei dem zweitägigen Treffen des „Aviation Security Committee“ seien „bemerkenswerte Fortschritte“ gemacht worden, heißt es in einem Arbeitspapier, das dem Handelsblatt vorliegt. So haben sich die Experten offenbar auf schärfere Personenkontrollen beim Einchecken geeinigt. Für eine Entscheidung über das Verbot von Flüssigkeiten sei es aber noch zu früh, betonen die Fachleute für Flugsicherheit. Zunächst müsse geklärt werden, ob Flüssigkeiten in den bestehenden Sicherheitsschleusen in den Flughäfen auf mögliche Explosivstoffe kontrolliert werden könnten. Außerdem müsse man die „ökonomischen Folgen“ eines möglichen Verbots prüfen.

Eine Vorentscheidung soll am 11. September auf einer Sitzung des Committees in London fallen, heißt es in dem Papier. Sie müsste bei einem Treffen der Internationalen Organisation für zivile Luftfahrt ICAO in Montreal am 11. bis 15. September bestätigt werden.

Möglicherweise müssen sich auch noch die EU-Verkehrsminister des Problems annehmen. Die Entscheidung sei zu wichtig, als dass man sie übers Knie brechen könnte, hieß es in der EU-Kommission. „Wir brauchen noch mehr wissenschaftliche Expertise“, sagte eine Sprecherin. Unter anderem müsse geprüft werden, welche Mengen bestimmter Flüssigkeiten notwendig seien, um an Bord eines Flugzeugs Schaden anzurichten. Auch die Eignung von Mobiltelefonen und Laptops als Zünder für Flüssigsprengstoff sei noch nicht abschließend geprüft.

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