Verdi weitet Warnstreiks aus
Deutscher Flugverkehr vor Chaos-Mittwoch

Fluggäste müssen Mittwoch mit erheblichen Verspätungen und Flugausfällen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi will ihren Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber erhöhen und plant Warnstreiks an verschiedenen Flughäfen. Alle großen Fluggesellschaften bereiten sich unterdessen auf die Streikaktionen vor.

HB DÜSSELDORF Die Flughäfen rechnen für Mittwoch mit Streikaktionen der Gewerkschaft Verdi und stellen sich auf massive Behinderungen ein. Schon bei geringen Arbeitskampfmaßnahmen seien erhebliche Verspätungen und Flugausfälle während des ganzen Tages wahrscheinlich, hieß es am Dienstag bei mehreren Flughäfen. „Nach unseren Informationen kommt es Mittwoch früh zu Streikaktionen“, sagte ein Flughafen-Sprecher.

Die meisten großen Airports unterliegen dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Bereits Störungen des Betriebs, die auf wenige Stunden befristet seien, könnten den Flugbetrieb erheblich beeinträchtigten und zu Verspätungen und Flugausfällen während des ganzen Tages führen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Am größten deutschen Flughafen starten und landen in Spitzenzeiten jede Stunde rund 80 Flugzeuge.

„Wenn die Sicherheitskontrollen nicht mit Personal besetzt sind, muss der Flughafenbetrieb bereits geschlossen werden“, sagte der Fraport-Sprecher. Auch beim Be- und Entladen von Flugzeugen komme es für einen reibungslosen Ablauf darauf an, dass die engen Zeitvorgaben eingehalten werden. Wenn am Morgen eine Maschine zu späte starte, könne sie ihren Zeitplan den ganzen Tag lang nicht mehr einhalten.

Betroffen sein werden laut Verdi auf jeden Fall die Flughäfen Köln-Bonn und Münster-Osnabrück. Bereits am Montag war bekanntgeworden, dass der Flughafen Düsseldorf am Mittwoch oder Donnerstag bestreikt werden soll. „Auch auf den Flughäfen wird es zu Arbeitsniederlegungen kommen. Und das ist auch gut so“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske auf einer Kundgebung in Hannover. Nach den Überlegungen der Gewerkschaft ist etwa der Flughafen München davon betroffen: „Wir haben das tatsächlich in der Diskussion. Wir werden aber nicht Zeit, Ort und Umfang nennen, solange nicht endgültig entschieden ist“, erklärte Landesbezirksleiter Josef Falbisoner. Auch der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet mit Einschränkungen.

Die „Neue Presse“ in Hannover berichtet, möglicherweise müsse sogar der Luftraum über Deutschland aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Falls angestellte Bundespolizisten streikten, könnte wegen der fehlenden Sicherheitskontrolle niemand mehr an Bord, berichtet das Blatt. Sollten Flugzeugabfertiger die Arbeit niederlegen, würden die Maschinen nicht betankt und rangiert, blieben also auf dem Rollfeld stehen. Falls sich auch die Feuerwehr beteilige, müsste sogar der gesamte Flugbetrieb ruhen. Das könnte dann auch den internationalen Flugverkehr beeinträchtigen.

Die Gewerkschaft könnte mit wenigen Mitarbeitern, etwa den Feuerwehrleuten, den Flugverkehr zum Erliegen bringen. Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV gibt es für solche Fälle Notpläne. „Wir werden alles dafür tun, dass die Auswirkungen auf Passagiere so gering wie möglich bleiben“, sagte ADV-Sprecher Leif Erichsen. In München etwa gibt es nach Angaben des Flughafens eine Notdienstvereinbarung, so dass die Sicherheit gewährleistet ist.

Fluggäste sollten sich aber vor ihrer Reise auf der Webseite des Flughafens oder bei den Fluggesellschaften über Verspätungen oder Annullierungen erkundigen.

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