Vereitelte Terror-Anschläge
Heathrow-Öffnung verzögert sich weiter

London-Heathrow, Europas verkehrsreichster Flughafen, wird wegen des Terroralarms jetzt bis zum Abend geschlossen bleiben. Eine Öffnung wird von den Behörden immer weiter nach hinten verschoben. An den übrigen britischen Airports läuft der Betrieb, allerdings gibt es massive Verspätungen.

HB LONDON. Die Lufthansa hat bis 20 Uhr deutscher Zeit alle Flüge nach London Heathrow gestrichen. „Lediglich drei Maschinen, die bereits am Mittwoch dort gelandet waren, kehrten am Donnerstag wieder nach Deutschland zurück, dabei kam es zu Verspätungen von bis zu vier Stunden“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Donnerstagnachmittag. 33 Flüge mussten gestrichen werden, drei weitere nach Deutschland zurückkehren. Von den Streichungen sind nach Angaben der Airline 5.000 Passagiere betroffen.

Nach Informationen der Lufthansa, sei der Flughafen Heathrow bis mindestens 19 Uhr geschlossen. Die übrigen britischen Flughäfen im Lufthansa-Streckennetz würden aber weiter bedient, so auch London City. Auch hier komme es aber zu Verspätungen, hieß es bei der Lufthansa.

Die mit dem Lufthansa-Konzern verbundene Low-Cost-Airline Germanwings musste indes keine Flüge von und nach London streichen, wie ein Sprecher sagte. Germanwings bedient die Londoner Flughäfen Gatwick und Stansted. Allerdings habe es Verspätungen „von mehreren Stunden gegeben“. Der übrige Flugverkehr von Germanwings sei dadurch aber nicht beeinträchtigt worden. Germanwings hat Ersatzmaschinen eingesetzt. Bei Flügen aus Großbritannien dürfen die Passagiere kein Handgepäck mehr mit sich führen, sagte der Sprecher weiterhin.

Air Berlin als zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft erklärte, weil der von ihr angeflogene Londoner Flughafen Stansted am Vormittag zunächst geschlossen worden sei, habe man fünf Flüge streichen müssen. Betroffen waren die Flüge von Düsseldorf und Berlin Tegel nach Stansted sowie drei innerbritische Flüge von Air Berlin. Seit 10.15 Uhr deutscher Zeit sei Stansted aber wieder in Betrieb; mit weiteren Streichungen werde daher nicht gerechnet.

Auf Anordnung der britischen Behörden hatte der Flughafenbetreiber BAA am Morgen verfügt, dass Heathrow ab sofort nicht mehr angeflogen werden darf. British Airways, deren Heimatbasis Heathrow ist, sagte alle Flüge in andere europäische Länder und innerhalb Großbritanniens zunächst ab. Für Passagiere in Großbritannien und in den USA wurden verschäfte Sicherheitsbestimmungen erlassen. Unter anderem darf so gut wie nichts mehr mit an Bord genommen werden.

Kirsten Parker, Direktorin bei der Londoner Sicherheitsberatung Exclusive Analysis, kritisierte indes die Anordnungen der Behörden. Wenn die Verschwörung aufgedeckt sei, gebe es keinen Grund anzunehmen, dass akut Anschläge auf Flugzeuge drohten, sagte sie dem Handelsblatt. Exclusive Analysis stuft die Terror-Bedrohung in Großbritannien als geringfügig höher als in anderen europäischen Staaten ein. In der zweiten Reihe sieht sie Länder wie Frankreich, Italien und Spanien, danach Benelux und Norwegen. In Deutschland sei die Gefahr vergleichsweise niedriger.

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