Verkehrschaos: Berliner S-Bahn kurz vor dem Kollaps

Verkehrschaos
Berliner S-Bahn kurz vor dem Kollaps

Die Berliner S-Bahn ist eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Bahn. Die Berliner Landespolitik sieht das Chaos bei der Bahntochter über alle Parteigrenzen hinweg als Lehrstück, was passieren kann, wenn ein Verkehrskonzern wie die Deutsche Bahn für einen Börsengang rücksichtslos auf Gewinn getrimmt wird. „Aus England wissen wir, wie sich nach einer Bahnprivatisierung Mängel häufen. Die Deutsche Bahn zeigt uns, wie das schon vor der Privatisierung möglich ist“, spottet die verkehrspolitische Sprecherin der Berliner Grünen, Claudia Hämmerling.

In Berlin gibt niemand der Bahn die Schuld daran, dass Räder und Achsen ihrer Züge nicht die lange Lebenserwartung haben, die man sich vom Hersteller Bombardier erhofft hat. Aber dem Konzern wird vorgeworfen, die S-Bahn durch einen rigorosen Sparkurs so weit heruntergewirtschaftet zu haben, dass sie ernstere Probleme nicht mehr bewältigen kann. Werkstätten wurden geschlossen, Werkstattpersonal reduziert, Fahrzeugreserven abgebaut. Gleichzeitig stiegen die Gewinnabführungen an den Mutterkonzern.

Das EBA machte Ende Mai bekannt, dass die S-Bahn fällige Wartungen einfach unterließ. Bekannt wurde auch, dass sich die Zahl der Signal- und Weichenstörungen binnen fünf Jahren nahezu verdoppelte. Die Liste der Missstände, die sich Ulrich Homburg anhören muss, wird länger und länger. Der drahtige, sonst so dynamisch auftretende Bahnmanager, der Anfang Juli den Rauswurf der bisherigen S-Bahn-Geschäftsleitung verkündete, wirkt zerknirschter, seit er auf Pressekonferenzen eine schlechte Nachrichten nach der anderen verkünden muss.

Der neue Konzernchef Rüdiger Grube entschuldigte sich kürzlich bei den Berlinern. Vielen in der Stadt ist das nicht genug. Der CDU- Landesvorsitzende Frank Henkel fordert als Entschädigung für die S- Bahnfahrgäste zwei freie Monate freie Fahrt. Homburg hat den Stammkunden einen Monat angeboten.

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