Vermieter setzen auf Extra-Dienstleistung
Cappuccino am Strandkorb

Es gibt natürlich noch Strandkorbvermieter, die Strandkörbe vermieten und sonst nichts. Doch vielerorts haben sich die bunten Holzbuden der Verleiher zu kleinen Kiosken gemausert. Da können Badegäste Getränke und Zeitschriften kaufen, damit die Kippen nicht im Sand landen, gibt es Strandaschenbecher, und Kinder dürfen sich aus der großen Spielzeugkiste bedienen.

HB/dpa LÜBECK. „Die Kollegen lassen sich immer wieder was Neues einfallen“, sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Strandkorbvermieter, Stefan Muuss.

In seinem Verleih in Niendorf bietet Muuss seinen Kunden einen Getränkeservice, um ihnen den Weg zum nächsten Kiosk abzunehmen. „Es gibt Kaffee und Cappuccino, auf Wunsch bringen wir den auch an den Strandkorb“, sagt er. Bei Charlotte Seipel in Travemünde liegen nicht nur kostenlose Zeitschriften aus. Sie hat sogar eine kleine Strandbibliothek zusammengestellt und einen kleinen Spielplatz aufgebaut. Der Clou ist die Baby-Wickelstube, die von Müttern dankbar angenommen wird. In der Vor- und Nachsaison hält sie Kissen und Wolldecken für wärmebedürftige Gäste bereit. „Ich will einfach, dass sich die Gäste hier wohl fühlen“, sagt Seipel, die seit 13 Jahren am Kurstrand Körbe vermietet. Als Dank erhält sie von ihren Gästen regelmäßig Weihnachtskarten und Familienanzeigen.

Viele Strandkorbvermieter betrachteten die zusätzlichen Angebote als Mittel, Stammgäste an ihren Betrieb zu binden, meint Muuss. Das sei aber nicht erst so, seit die Urlauber stärker aufs Geld achten. „Wir Strandkorbvermieter spüren die wirtschaftliche Flaute weniger stark als die Gastronomie. Wenn das Wetter schön ist, sind auch die Strandkörbe ruck-zuck vermietet“, berichtet Muuss.

„Geld verdienen kann ich nur, wenn ich mich von meinen Mitbewerbern abhebe,“ sagt dagegen Peter Färber aus Haffkrug. An seinem Strandabschnitt sieht es ein bisschen wie in Spanien aus. Denn neben weiß-blauen Strandkörben vermietet er die für Mittelmeerstrände typischen Liegen und Sonnenschirme. Wer sich nicht zwischen Liege und Strandkorb entscheiden kann, wählt bei Färber den vom Chef selbst entworfenen und hergestellten Liegekorb, dessen Rückenlehne sich besonders weit herunter klappen lässt. „Kein Wunder, dass seine Körbe immer als erste weg sind“, sagt ein Urlauber anerkennend. Kaffee und Cola gibt es bei Färber nicht. „Das ist leider nicht erlaubt.“

Von einem Service wie am Travemünder Strand können auch die Vermieter in Grömitz derzeit nur träumen. „Unsere Konzessionsverträge gestatten das leider nicht. Wir sind ganz neidisch auf die Kollegen in Travemünde“, sagt der Vorsitzende des Vereins der Grömitzer Strandkorbvermieter, Andreas Sperber. „Aber wir arbeiten an einer Konzessionsänderung, damit auch wir unseren Gästen Capuccino im Strandkorb servieren können.“

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