Vietnam Airlines bestimmt das Expansionstempo der asiatischen Luftfahrt
Vom Glück eines Spätstarters

Die Kombination einer touristischen Trenddestination samt florierender Wirtschaft macht Vietnam Airlines derzeit zu einer der am schnellsten wachsenden Fluglinien Asiens. Im Vergleich zum Vorjahr fliegt der Carrier derzeit 27,5 Prozent mehr Passagiere. Die in ihrer heutigen Form 1996 gegründete Vietnam Airlines Corp. erwartetet im laufenden Jahr sechs Millionen Fluggäste. Mittelfristig sollen die Passagierzahlen um 20 Prozent pro Jahr zulegen.

HB HANOI. Die staatliche Gesellschaft der 81 Millionen Einwohner zählenden Nation verfügt inzwischen über 38 modernste Flugzeuge, sie will 2015 allerdings schon mindestens 70 Maschinen betreiben. Bis zum Jahresende werden zehn große Langstreckenjets vom Typ Boeing 777-200ER das Rückgrat der internationalen Flotte bilden. Zwischen 2006 und 2008 werden darüber hinaus zehn neue Airbus A321 zur Flotte stoßen, vier Jets der nächsten Generation vom Typ Boeing 787 „Dreamliner“ stehen für 2009/2010 in der Planung.

Chairman Nguyen Sy Hung sagte dem Handelsblatt, bis 2010 wolle Vietnam Airlines bis zu neun Millionen Passagiere fliegen – 50 Prozent mehr als im laufenden Jahr. Als Spätstarter in der Branche zunächst kaum beachtet, zeigt das Unternehmen deutlich größeren Konkurrenten wie Singapore Airlines oder Cathay Pacific aus Hongkong allmählich die Zähne.

Dabei profitiert Vietnam Airlines von der Öffnung des Landes sowie einem strammen Wirtschaftswachstum von durchschnittlich sieben Prozent seit 1998. Auch die zunehmend wichtigere Bedeutung des Tourismus in Vietnam bringt der heimischen Fluggesellschaft Zulauf: „1988 war Vietnams Tourismus im Vergleich mit anderen Nationen Asiens etwa 20 Jahre im Rückstand. Lediglich 92 000 Gäste besuchten unser Land“, sagte Vu Tuan Canh von der Tourismusbehörde. Das hat sich inzwischen massiv verändert. 2004 kamen bereits 2,8 Millionen Gäste an den Golf von Tonkin, 3,4 Millionen Touristen sollen es in diesem Jahr sein.

China, Japan, Südkorea, Taiwan, USA und Frankreich gelten als die wichtigsten Märkte. Deutschland rangiert in der Wertigkeit des Tourismus mit gut 56 000 Besuchern vergangenes Jahr an neunter Stelle. Immer öfter wird das Land in den Medien als Trenddestination Asiens beschrieben. Entsprechend groß sind die Ambitionen: 2010 sollen bereits zehn Millionen ausländische Besucher rund 4,5 Mrd. Dollar ins Land spülen. Im Gegenzug hat Vietnam seit der Öffnung des Landes etwa 6,5 Mrd. Dollar investiert, um den Tourismus anzukurbeln. Davon profitiert auch das Unternehmen Vietnam Airlines, das – wie bei vielen Staats-Fluglinien üblich – als Eckpfeiler und Motor der touristischen Expansion gesehen wird.

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