Vorläufiges Aus für Oasis
Teures Öl beendet Traum von billiger Langstrecke

Die hohen Ölpreise haben in der Flugbranche bereits Opfer gefordert. Oasis, der Langstreckenpionier unter den Billigfluggesellschaften aus Hongkong, stellt seinen Flugbetrieb nach nur knapp eineinhalb Jahren vorerst ein. Damit begräbt das Unternehmen auch die Pläne des Flughafens Köln-Bonn, der die Billigfluglinie gerne begrüßt hätte.

DÜSSELDORF. Oasis hatte wegen des deutlichen Anstiegs der Kerosinpreise und des harten Wettbewerbs Verluste in Höhe von umgerechnet 82 Mill. Euro eingeflogen. Die Treibstoffpreise hatten sich in der jungen Firmengeschichte nahezu verdoppelt.

Das vorläufige Aus für Oasis könnte auch das Ende für das Geschäftsmodell der Billigflieger auf der Langstrecke sein. Auf Flügen, die länger als vier oder fünf Stunden dauern, verlieren die Billigfluggesellschaften ihre strategischen Kostenvorteile, die sie gegenüber den etablierten Linienfluggesellschaften auszeichnen. Dazu gehören: kurze Wendezeiten, dezentrale Flughäfen, geringer Service.

Auf der Langstrecke wird das Kerosin zum entscheidenden Kostenfaktor, und bei diesem sind die traditionellen Fluggesellschaften wie Deutsche Lufthansa besser abgesichert oder sitzen wie die Newcomer aus dem Nahen Osten Emirates und Qatar Airways an der Quelle. "Das Geschäftsmodell, als Billigfluggesellschaft ausschließlich auf die Langstrecke zu setzen, ist gescheitert, bevor es richtig etabliert war", sagt Volker Elders, Luftfahrtexperte der Beratung Droege & Comp. Die hohen Kerosinpreise und die Abhängigkeit von einem Heimatflughafen hätten von Pionieren wie Oasis nicht überwunden werden können.



Das Ende von Oasis begräbt auch die Pläne einiger Flughäfen, die die Billigfluglinie aus Fernost gerne begrüßt hätten. Der deutsche Flughafen mit dem größten Aufkommen an Billigfluggesellschaften, Köln-Bonn etwa, rechnete mittelfristig fest mit Oasis. Nach London und Vancouver sollte Köln-Bonn eines der nächsten neuen Flugziele der Gesellschaft sein.

Mit Oasis und anderen Billigfluglinien sollte das Umsteigen in Gang kommen. Bisher steigt nur jeder 20. Passagier in Köln-Bonn um. Für die meisten Passagiere ist Köln-Bonn Start- und Zielflughafen. Entsprechende Umbauarbeiten, die den Umstieg ohne Aus- und neues Einchecken ermöglichen, könnten sich jetzt als Fehlinvestition erweisen.



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