Warnstreik: Behinderungen im Berliner Nahverkehr halten an

Warnstreik
Behinderungen im Berliner Nahverkehr halten an

Der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi hat am Samstagmorgen erneut zu Behinderungen im Berliner Nahverkehr geführt. Sämtliche Straßen- und U-Bahnen und nahezu alle Busse standen laut BVG still.

HB BERLIUN. U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen seien auch am zweiten Tag des Ausstands bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) in den Depots geblieben, sagte ein Verdi-Sprecher am Morgen in der Hauptstadt: „Alles steht.“ Es sei den ganzen Tag über mit Beeinträchtigungen zu rechnen. Der in der Nacht zum Freitag begonnene Streik soll noch bis 15.00 Uhr dauern. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen.

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach Gehaltserhöhungen von 8 bis 12 Prozent für die rund 11 500 BVG- Beschäftigten Nachdruck verleihen. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hatte in dem Tarifkonflikt Härte angekündigt. Die Arbeitgeberseite hat eine Einmalzahlung von 200 Euro sowie Einkommenserhöhungen von sechs Prozent bis 2010 für Beschäftigte vorgeschlagen, die seit 2005 eingestellt wurden und weniger als die Altbeschäftigten verdienen.

Nach Streikende werde es voraussichtlich noch mehrere Stunden dauern, bis sich der Betrieb vollständig normalisiere, sagte der Gewerkschaftssprecher. Vor allem auf den U-Bahn-Linien müssten die Züge erst nach und nach wieder in den Fahrplan-Takt eingepasst werden. „Es wird funktionieren, aber das wird seine Zeit dauern“, sagte er.

Bereits am Freitag waren viele Berliner wegen des Streiks zu spät zur Arbeit gekommen. Zahlreiche Schüler erschienen zudem nicht rechtzeitig zur Vergabe ihrer Halbjahreszeugnisse. Ein Verkehrschaos blieb aber aus, da die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen und Regionalzüge vom Streik nicht betroffen sind und weiter fahren. Bis zum Ende des Arbeitsniederlegungen setzt die Bahn nach eigenen Angaben zusätzliche und längere S-Bahnen ein, um den Fahrgastansturm zu bewältigen.

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